Rucksack für die Freizeitgesellschaft
Fahrbericht VW Golf Variant 1.2 TSI Comfortline

Der Golf Variant kommt dem Passat schon sehr, sehr nahe. Knapp 100 Liter Stauraum fehlen dem "kleinen Bruder", der in sieben Generationen zu einem angenehmen Begleiter gereift ist. Bild: Volkswagen
Rucksäcke sind wieder schick. Lange bevor die Modewelt die funktionellen Stauhilfen selbst für die moderne Frau von heute entdeckt hat, waren die Autobauer am Werk. Was früher handwerkliches Utensil aufnehmen musste, ist jetzt eher Ausdruck lifestyliger Freizeit. Vom Lastesel-Charakter sind die Kombis, Avants und Spacebacks weit entfernt, auch wenn Transportaufgaben zu ihren elementaren Aufgaben gehören.

Nehmen wir den Variant aus der Golf-Dynastie. Da steht dann zwar ein Vertreter der kompakten Art, gleichwohl im XL-Format. Etwas flacher als der Vorgänger, ist der Wolfsburger in Länge und Breite gewachsen und hat vor allem im Radstand zugelegt. Das bringt nicht nur äußere Größe, sondern auch ein inneres Plus. Und zwar deutlich.

Dazu die Frage, ob der große Bruder Passat da überhaupt noch notwendig ist. Wer eine aussagekräftige Antwort will, muss auf dessen Neuauflage warten, die im Spätherbst frischen Wind in das Segment bringen will. Allein der Kofferraum der Golf-Variation ist um gute 100 Liter gewachsen. Das Volumen ist in der Kategorie "großzügig" vermerkt. Die Heckklappe schwingt hoch genug auf. Da müssen sich auch 1,90-Meter-Lulatsche nicht fürchten. Das berühmte Ikea-Regal: Natürlich lässt es sich problemlos verstauen. Ruckzuck sind per Fernentriegelung die Rücksitze umgelegt und die Lehne des Beifahrersitzes in eine Position gebracht, dass der Schweden-Klassiker problemlos transportierbar wird. Die Ladekante ist so niedrig, dass es für rückengeschädigte Fahrer fast schon eine Wohltat ist.

Die Einrichtung ist selbstredend mit dem des Klassenprimus identisch und bedarf eigentlich keiner eigenen Beurteilung. Die in sieben Generationen gereifte Innenwelt ist in Optik und Haptik fern jeglicher Kritik. Da gibt es einfach nichts zu mäkeln. Da fühlt man sich auf jedem Platz "pudelwohl". Die Sitzmöbel sind ausgesprochen bequem, aber auch sportlich und komfortabel genug, um den meisten Erfordernissen zu genügen.

Obwohl unser Testwagen nur mit einem "mageren" 1,2-l-Motor ins Rennen ging, waren die Leistungsdaten durchaus hubraumstärkeren Brüdern zuzutrauen. Problemlos meistert der prächtige Motor die meiste Unbill. Und hält sich im Verbrauch angenehm zurück.

Der Wolfsburger Kofferträger hält unbeirrt die Spur. Die progressive Lenkung meldet beim Laufenlassen in der Mittellage allerdings nicht die gewohnt akkuraten Nachrichten und will immer wieder einmal etwas nachjustiert werden. Dafür ist das Fahrwerk fern jeglicher Kritik. Das "kleine" Triebwerk passt bestens zu der Siebengang-Automatik, die auch über Paddel am Lenkrad schnell reagiert. Unser Testwagen war dazu mit einer Fülle von Assistenten ausgestattet, die den Preis dann allerdings schon in selbstbewusste Höhe treiben. Aber man muss ja nicht alles ankreuzen, was die Liste der Annehmlichkeiten so hergibt.
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