Sanieren oder Baum sich selbst überlassen
Briefe an die Redaktion

Sind die Tage des Naturdenkmals Nigerlbuche gezählt? Vielen Einheimischen und auch Urlaubern würde der Baumriese fehlen. Bild: as
Zur Zukunft der Jahrhunderte alten Nigerlbuche bei Neualbenreuth:

Zunächst möchten wir Ihnen und Ihren Lesern ein gutes und gesundes neues Jahr wünschen. Dasselbe wünschen wir auch der guten alten Nigerlbuche. Mit Entsetzen haben wir zur Kenntnis genommen, dass dieser wunderschöne Baum eventuell nicht mehr lange die Landschaft der schönen Oberpfalz bereichern soll.

Jedesmal, wenn wir in der Oberpfalz Urlaub machen - meist mehrmals im Jahr - besuchen wir auf unseren Wanderungen um Neualbenreuth von unserem Urlaubsdomizil, der "Kleinen Kappl" aus, die Nigerlbuche. Es hat uns damals sehr leid getan, dass ein Hauptast heruntergebrochen war, aber wir hatten gehofft, dass der Baum sich wieder erholt. Beruhigt konnten wir daraufhin jedes Mal wieder beobachten, dass er in voller Pracht stand.

Und nun soll dieses Naturdenkmal einfach so, mir nichts, dir nichts, gefällt werden? Einfach leichtfertig weggehauen? Uns würde interessieren: Hat der Begriff Naturdenkmal denn gar keine Bedeutung?

Das wäre doch so, als würde man ein denkmalgeschütztes Haus einfach so, auf einen formlosen Antrag hin, abreißen ... Kann man nicht den Platz unter dem Baum absperren und ein Schild anbringen (Betreten verboten / auf eigene Gefahr)? Damit sind doch alle Haftungsfragen erledigt, und der Baum darf weiterleben. Den privaten Miteigentümer könnte man gegebenenfalls nochmals ausdrücklich aus der Haftung nehmen. Wünschenswert wäre natürlich eine Sanierung dieses Naturdenkmals. Falls es aber am Geld scheitert, könnte man einen Spendenaufruf starten. Oder den Baum, ohne Sanierung, sich selbst überlassen.

Was das Argument des Bürgermeisters mit den kommenden Generationen angeht, für die man doch besser neue Buchen pflanzen sollte - was hindert ihn daran? Er kann so viele neue Buchen pflanzen, wie er möchte, - Platz ist ja reichlich vorhanden um Neualbenreuth herum. Er sollte aber bedenken, dass weder er noch wir etwas davon haben, denn wir werden alle nicht mehr erleben, wie aus den jungen Pflänzchen gestandene Bäume werden, geschweige denn ein solches imposantes Naturdenkmal wie die Nigerlbuche.

Nicht zuletzt würde man den Urlaubern hierdurch eine Sehenswürdigkeit und ein besonderes Stück Landschaft wegnehmen, und damit einen Teil des besonderen Reizes der Oberpfalz als Urlaubsziel. Und das für die nächsten 200 oder 300 Jahre ...

Wir bitten, die Nigerlbuche zu erhalten, und hoffen sehr, dass wir mit unserer Meinung nicht alleine stehen.

Tanja und Achim HärtlOrtenberg

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