Sauber in den neuen Tag

Wer sein Auto gewinnbringend verkaufen möchte, sollte besonderen Wert auf den optischen Zustand und die Präsentation legen. Denn die Fotos in den Inseraten sind der erste Kontakt zum Käufer - und der soll schließlich überzeugt werden.

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance - das gilt auch für Autos. Wer sein Fahrzeug verkaufen möchte, sollte vorher ein paar Stunden mit ihm verbringen. Denn ein gepflegtes und sauberes Auto erzielt einen höheren Preis als ein schmuddeliges. Mit ein wenig Geschick und etwas Zeit glänzt das Auto auch nach einem langen Winter wieder.

"Verkäufer sollten ihr Fahrzeug vor dem Erstellen des Inserats oder des Verkaufs waschen und, wenn möglich, den Lack polieren, es aussaugen und den Innenraum gründlich reinigen", sagt ein Automobilexperte. Da dabei leicht Staub aufgewirbelt wird, der sich auch außen auf den Lack legen kann, sollte man mit der Säuberung des Innenraums beginnen. Zunächst leert man die Seitenfächer und Ablagen und saugt gründlich Sitzpolster und Autoteppiche. Mit einer Wurzelbürste kann man auch die Fasern noch auflockern, damit sie flauschiger wirken. Flecken lassen sich mit speziellen Mitteln entfernen. Die Scheiben gehören auch von innen gründlich gereinigt, verblasster oder stumpfer Kunststoff wird mit Tiefenpfleger wieder ansehnlich.

Erst innen, dann außen

Nachdem der Innenraum sauber ist, geht es ans Blech. Zu einer gründlichen Fahrzeugwäsche per Hand in einer Waschbox oder in einer Waschstraße gehört die Felgenreinigung. Mit speziellen Mitteln und einer alten Zahnbürste werden auch enge Ritzen sauber. Für die Kunststoffe an Stoßstangen oder Spoilern gibt es ebenfalls spezielle Reiniger. Den Lack sollte man nach der gründlichen Wäsche mit einem Mikrofasertuch trocknen und anschließend polieren. Dann reinigt und fettet man noch die Dichtungen und schwärzt das Gummi notfalls.

Wem die Arbeiten zu aufwendig sind, der kann auch einen professionellen Fahrzeugaufbereiter beauftragen. Das Geld, das Verkäufer hier investieren, bekommen sie in der Regel über einen höheren Verkaufspreis wieder rein. Bei kleinen Lackschäden hilft eine intensive Politur oder das sogenannte "Smart Repair". Dabei werden kleine Kratzer, Beulen oder Dellen vom Profi sanft entfernt. Das kostet meist wenige hundert Euro.

Neben der Fahrzeugaufbereitung steigert auch ein aussagekräftiges Foto für das Inserat den Erlös. Wer mit dem Fotohandy draufhält, erzielt meist nur mäßige Ergebnisse. "Ein Auto kommt besser zur Geltung, wenn es vor einem neutralen Hintergrund steht", sagt Automobilfotograf Frank Nowak aus Köln. Der Besitzer eines Fotostudios für Fahrzeuge in Köln rät, darauf zu achten, dass sich möglichst wenig im Lack spiegelt. Reflexionen von Schäfchen-Wolken, Ästen, Blättern und Straßenlaternen wirken auf dem Lack störend.

Als Standardfoto gilt für Nowak ein Schuss von schräg vorne, so dass die Front und eine Seite gut zu sehen sind. Besonders satt sieht es aus, wenn der Fotograf in die Hocke geht und alle vier Räder erkennbar sind. Für Innenraumfotos gilt: alles raus, was in den Fächern und Ablagen herumliegt, das sieht ordentlicher aus.

"Mit einem Standardobjektiv oder einem leichten Weitwinkel lässt sich ein Auto gut darstellen, ein Superweitwinkel hingegen verzerrt es", sagt Fotograf Nowak. Ideal seien Aufnahmen ohne Blitzlicht, denn oft spiegelt sich das Kunstlicht in der Scheibe. Es muss auch nicht immer pralle Sonne sein: Denn wo Licht ist, ist auch Schatten. Gute Ergebnisse lassen sich bei einem gleichmäßig bewölkten Himmel erzielen, verwackelungsfrei geht es mit einem Stativ. Wer auf seinem Computer ein passendes Programm hat, bearbeitet die Fotos nach.

Die Wahrheit belegen

Beim Inserat gilt: bei der Wahrheit bleiben. Außerdem ist es wichtig, alle Reparaturbelege, Prüfberichte und das Fahrzeugbuch bereitzuhalten. Eine aktuelle Hauptuntersuchung (HU) schaffe beim Verkauf Vertrauen. Spezielle Dokumente wie das "Dekra-Siegel für Gebrauchtfahrzeuge" sind noch aussagekräftiger. Die Prüfung für das Siegel teilt sich in Technik-Check, Karosserie-Check und System-Check auf. (dpa/ma)
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