Schadenersatzforderung an Hamburger Schönheitsklinik
„Sexy Coras“ Witwer klagt

Tim Wosnitza, Witwer der nach einer Brustvergrößerungs-OP gestorbenen Porno-Darstellerin "Sexy Cora", klagt gegen eine Schönheitsklinik. Bild: dpa

Carolin Wosnitza ist seit fünf Jahren tot. Sie starb nach einer missglückten Operation in einer Hamburger Schönheitsklinik. Als "Sexy Cora" hätte sie noch viel Geld verdienen können, glaubt ihr Witwer - und hat die Klinik verklagt.

Hamburg. Die Schuld am Tod von "Sexy Cora" ist seit drei Jahren geklärt, nun soll das Hamburger Landgericht über eine Schadenersatzklage verhandeln. Tim Wosnitza, fordert von der Privatklinik nach Angaben des Gerichts eine Entschädigung von knapp einer Million Euro.

Wosnitza war der Manager und Geschäftspartner von "Sexy Cora", die mit bürgerlichem Namen Carolin Wosnitza hieß. Die Klinik spricht von einem Schaden in einem hohen fünfstelligen Bereich, um den sich Versicherungen kümmern würden. Bei der Operation zur Brustvergrößerung 2011 hatte die damals 23-Jährige einen Herzstillstand erlitten. Nach Tagen im Koma starb sie an einer Hirnlähmung. Die junge Frau - auch als "Big Brother"-Kandidatin bekannt geworden - ließ sich zum fünften Mal ihre Brüste vergrößern.

Die an der Operation beteiligte Narkoseärztin nahm die Schuld und Verantwortung für den tödlich verlaufenen Eingriff auf sich. Sie habe während der Operation zu spät den Herzstillstand bemerkt, weil an einem Gerät ein Alarmton ausgeschaltet war, erklärte sie vor Gericht. Die Richter befanden die Anästhesistin (damals 56) der fahrlässigen Tötung für schuldig und verurteilten sie 2013 zu 14 Monaten Haft auf Bewährung.

Sachverständiger gefragt


In dem nun beginnenden Zivilverfahren wird es vermutlich erneut um die Fehler bei der Operation gehen. Das Landgericht einen medizinischen Sachverständigen geladen. Der Witwer macht eine Entschädigung für seine Einkommensausfälle geltend. Er sei mit seiner Frau geschäftlich verbunden gewesen. Sie hätte sich langfristig in der Branche behaupten können, durch ihren Tod seien ihm Einkünfte entgangen, fasste der Gerichtssprecher die Argumentation des Klägers zusammen. Dieser verlange außerdem Schmerzensgeld.

Ursprünglich soll Wosnitza von der Klinik mehr als vier Millionen Euro gefordert haben, berichtete die "Bild"-Zeitung. Der Geschäftsführer der Klinik, Peter Henscheid, erklärte dazu: "Die in der Presse kolportierten Millionenzahlungen geben eine unrealistische Wunschvorstellung des Witwers wieder. Tatsächlich liegt der bislang nachvollziehbare Schaden im hohen fünfstelligen Bereich." Die Klage des Witwers ziele auf Feststellung eines Unterhaltsausgleichs, stellte Henscheid fest. "Die hier involvierten Versicherungsgesellschaften werden einen berechtigten Schadensausgleich vornehmen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.