Schall-Ereignis in Nachbars Garten
Briefe an die Redaktion

Zum Konzertbericht "Applaus unplugged" über das "William's Orbit"-Konzert auf der Burg Leuchtenberg:

"Zugabe? Problematisch. Es ist nach 22.30 Uhr, da muss Ruhe herrschen auf der Burg. Die ,Willis' drehen die Anlage ab - und singen nach kurzer Diskussion [ ... ]".

Dies scheint ein neues physikalisches Theorem zu sein, denn anders als bei einer Musikanlage ist der Gesang anscheinend kein Schall-Ereignis und somit erfolgt kein hörbarer Ton. "Leider" müssen diese These mehrere Anwohner umgehend widerlegen. Was die meisten Initiatoren und Mitbürger hierbei nicht verstehen (wollen), die Lärmbelästigung erfolgt nicht nur über die Konzertdauer von zwei Stunden.

Betrachtet man den Verlauf am Tag des Konzerts (5. Juli), so wird ersichtlich, was Anwohner an einem normalen Sonntag alles an Lärm ertragen müssen. Der Aufbau startete um 9 Uhr; Soundcheck von 11.30 bis 13 Uhr; nachmittags mal schnell zwei Kindertheaterstücke eingeschoben; Burgbesucher wollen ihren kulturellen Horizont erweitern; anschließend erneuter Soundcheck; es folgt das Konzert; Abbau bis 1 Uhr nachts.

An einem Tag, der eigentlich der Kräfteregenerierung dienen soll, bei zusätzlich über 35 Grad Celsius, ist an eine Erholung in seinen eigenen vier Wänden, respektive seinem eigenen Garten, nicht zu denken.

Wie der deutsch-iranische Ingenieur Adrian Peivareh einst sagte: "Fürs Nichtsehen muss man nicht unbedingt blind sein - da reicht schon öfters die Ignoranz oder Blödheit." In diesem Sinne: Einfach mal an die Anwohner und gesetzlichen Ruhezeiten denken, denn schließlich profitieren nur einzelne von dem Burggeschäft.

Uli Pausch92705 Leuchtenberg

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