Schauspieler auf vier Hufen

Jetzt bitte dorthin schauen! Schauspielern kann man bei der Arbeit für einen Film sagen, was sie tun sollen. Aber wie geht das, wenn Tiere die Hauptrolle spielen? Almila Bagriacik stand für ihren neuen Film "Hördur" mit einem Hengst vor der Kamera. Was war ihr Geheimnis?

Für ihren neuen Film hat Schauspielerin Almila Bagriacik extra reiten gelernt. Denn ihr Kollege heißt Hördur und ist ein Islandpony. Die 25-Jährige erzählt, was ihr Trick dabei war. Und mit welchen Tieren sie noch gern mal einen Film drehen würde.

In deinem neuen Film spielst du gemeinsam mit dem Hengst Hördur vor der Kamera. Hattest du von Anfang an Lust darauf oder eher Angst?

Almila Bagriacik: "Ich war von Anfang an begeistert. Ich wollte das unbedingt. Ich bin ein großer Tier-Fan, ich habe einen Hund, einen kleinen Malteser. Außerdem hatte ich schon vorher mal mit einem Esel in einem Film gespielt. Mit Pferden hatte ich allerdings bisher noch nichts zu tun."

Wie hast du die Rolle bekommen?

Almila Bagriacik: "Es gab zwei Casting-Runden. Einmal musste man zeigen, dass man gut schauspielern kann. Dann gab es noch ein Treffen mit Hördur. Die Filmemacher wollten sehen, ob man sich gut mit ihm versteht. Es lief sehr gut. Hördur legte irgendwann seinen Kopf auf meine Schulter. Erst dachte ich: Oh, Angriff! Aber dann hieß es: Er mag Sie! Irgendwie war da von Anfang an eine Verbindung da."

Wie schafft man es, dass das Pferd vor der Kamera die Sachen tut, die man will?

Almila Bagriacik: "Hördur ist ein super Schauspieler. Er hat oft ganz von selbst toll reagiert. Zum Beispiel schaute er mir hinterher, als ich rausging. Oder kam im richtigen Moment angeprescht. Nur manchmal haben wir ihn mit ein bisschen Futter locken oder ihm gut zureden müssen. Das Wichtigste ist, dass man eine Verbindung zu dem Pferd hat, und Vertrauen aufbaut."

Und wie erreicht man das?

Almila Bagriacik: "Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Ich konnte ja vorher nicht reiten. Deshalb habe ich einige Monate, bevor die Arbeit am Film losging, Reitunterricht genommen. Danach habe ich ihn immer auch gewaschen und gepflegt. So hat er Vertrauen zu mir aufgebaut und er wusste, dass ich es gut mit ihm meine. Auch während des Drehs habe ich mich viel mit ihm beschäftigt, um die Verbindung aufrechtzuerhalten. Das hat dann bei der Arbeit sehr geholfen."

Im Film gibt es ja auch Szenen, wo du richtig schnell reitest. Hast du alles selbst gemacht?

Almila Bagriacik: "Bei den Galoppszenen ist eine andere Frau für mich geritten. Das wäre für mich als Anfängerin zu gefährlich gewesen. Es hätte ja sein können, dass ich vom Pferd falle und mich verletze. Dann hätten wir den Rest des Films vielleicht nicht mehr drehen können."

Willst du auch nach dem Film weiter Kontakt zu Hördur halten?

Almila Bagriacik: "Ja, das will ich auf jeden Fall. Das ist ja auch mit Schauspielern so. Man trifft sich manchmal auch nach einem Film noch mal in einem Café. Das geht mit Hördur natürlich nicht. Im Moment muss ich auch viel arbeiten für neue Filme. Aber sobald ich etwas Zeit habe, würde ich auch gerne weiter auf Hördur reiten. Immer wenn wir uns sehen, ist es sehr schön. Ich fühle mich mit ihm verbunden."

Würdest du gerne auch mal mit anderen Tieren einen Film drehen?

Almila Bagriacik:"In meinem letzten Urlaub bin ich mit Schildkröten geschwommen. Das war total schön. Mit Schildkröten würde ich gerne mal einen Film drehen. Auch Schlangen finde ich beeindruckend. Außerdem würde ich gerne mal in einem Film meinen Hund synchronisieren. Also etwas sprechen, was er sagen oder denken könnte." (dpa)
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