Schauspieler Uwe Friedrichsen gestorben
Blaue Augen, markante Stimme

Uwe Friedrichsen bei den Dreharbeiten zur zweiten Staffel der TV-Serie "Da kommt Kalle!" im Jahr 2007. Friedrichsen, bekannt für seine markante Stimme, starb am Samstag. Bild: dpa

Er war in der "Sesamstraße" zu sehen und als Zollfahnder in der Krimi-Reihe "Schwarz, Rot, Gold". Jetzt ist Uwe Friedrichsen, der Schauspieler mit der markanten Stimme, im Alter von 81 Jahren gestorben.

Hamburg. Schon als Schüler wusste Uwe Friedrichsen, dass er Schauspieler werden wollte, eine Ausbildung brauchte er dafür nicht: "Das, was den Schauspieler ausmacht, kann man nicht lernen", sagte er einmal. Friedrichsen ist am Samstag im Alter von 81 Jahren in Hamburg gestorben. Das bestätigte seine Witwe am Montag der dpa. Zunächst spielte der norddeutsche Jung mit den blonden Haaren und den blauen Augen in einer Laiengruppe der Volkshochschule, gründete später mit Freunden ein kleines Theater, bis er mit 22 Jahren vor niemand Geringerem als Gustaf Gründgens auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses stand.

Von Gründgens entdeckt


"Hier ist ein Verrückter", berichteten Gründgens Assistenten, als Friedrichsen mit Maske, Kostüm und Requisiten zum Vorsprechen kam. "Sofort engagieren", soll der für seinen hohen Qualitätsanspruch bekannte Theaterleiter geantwortet haben. In der legendären "Faust"-Inszenierung spielte Friedrichsen neben Gründgens als Mephisto und Will Quadflieg als Faust den Schüler. Seine Eltern wollten, dass er "etwas Anständiges" lernt. Und das bedeutete in Hamburg: eine Lehre als Import-/Exportkaufmann. Der Großvater, bei dem der Junge aufwuchs, hielt seinen Berufswunsch "für absolute Spinnerei". Doch als sein Enkel in der ersten Serie des deutschen Fernsehens, "Familie Schölermann", den Schwiegersohn in spe spielen durfte, war auch er überzeugt: Kurzerhand besorgte er einen Fernseher und stellte ihn im "Dorfkrug" im nördlich von Hamburg gelegenen Kattendorf auf, damit alle den Auftritt miterleben konnten.

1968 machte sich Friedrichs selbstständig und entdeckte das Fernsehen für sich: Große Popularität erlangte er als Detektiv Jones Burte in der Kriminalserie "John Klings Abenteuer" (1965-70), in "Spaß beiseite, Herbert kommt" (1981) und in der Wirtschaftskrimi-Serie "Schwarz-Rot-Gold", in der er bis 1995 mit sprödem norddeutschen Charme einen Zollfahnder spielte. Zahlreiche Rollen in Krimireihen ("Tatort", "Der Alte", "Derrick") folgten.

Stimme von Columbo


Kinder erlebten ihn in den 1980er Jahren in der "Sesamstraße" neben Lilo Pulver, Horst Janson sowie Samson und Herrn von Bödefeld. Als gefragter Synchronsprecher lieh er unter anderem Peter Falk in der Rolle von Inspektor Columbo seine ausdrucksstarke Stimme - und anderen Kollegen wie Danny Glover oder Donald Sutherland. Friedrichsens große Liebe blieb jedoch das Theater: Zuletzt sah man ihn, der wegen seines Hangs zum Perfektionismus bei Kollegen berühmt-berüchtigt war, am Ernst-Deutsch-Theater und am Ohnsorg-Theater.

Daneben hat sich der Schauspieler, der mit seiner zweiten Frau Ute bei Hamburg lebte, immer sozial und politisch engagiert. So machte er für die SPD Wahlkampf und wurde von ihr zur Wahl des Bundespräsidenten entsandt. "Wir sind in diese Welt gestellt mit einer Aufgabe, und wir müssen diese Aufgabe erfüllen", sagte der gläubige Christ und Vater von vier Kindern. "Das Problem unserer Zeit ist, dass die Menschen zu wenig Zivilcourage haben." Dagegen habe er immer versucht anzukämpfen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.