Schlittschuh-Wetter selbst gemacht

Hält das? Zum Schlittschuh-Laufen muss das Eis auf einem See richtig dick sein. Das klappt nicht immer. Doch es gibt auch Bahnen aus Kunsteis. Eine versteckte Technik sorgt für die nötige Kälte.

Schlittschuhe kratzen übers Eis. Mit viel Schwung flitzen Menschen über eine Eisbahn in Hamburg. Und das auch, wenn es draußen gar nicht so kalt ist, dass Wasser zu dickem Eis gefriert! Das Eis auf der Bahn ist im Winter immer fest. Wie kommt das?

"Wir stellen das Eis künstlich her, so ähnlich wie beim Eisfach in einem Kühlschrank", erklärt Rainer Oprezka. Er kümmert sich um die Eisbahn in Planten un Blomen. Das ist der Park in der Stadt Hamburg, in dem die Eisbahn liegt.

Im Sommer ist an der Stelle einfach eine Betonfläche. Doch was man von außen nicht sieht: "In und unter dem Beton sind jede Menge Rohre verlegt", sagt Rainer Oprezka. "Durch diese Rohre leiten wir ein Kältemittel: Ammoniak."

Ammoniak ist ein ätzendes, giftiges Mittel. Es hat aber eine nützliche Eigenschaft. "Es entzieht seiner Umgebung Wärme, sorgt also dafür, dass es kalt wird", erklärt Oprezka. Wie das wirkt, kann man sehen, wenn man neben der Eisbahn in einen unterirdischen Gang hinabsteigt. Unter der Decke verlaufen Rohre, durch die das Ammoniak strömt. Sie sind mit einer weißen Eisschicht überzogen, weil das Mittel so viel Kälte verbreitet.

Das Ammoniak strömt durch die Rohre unter der Betonfläche. So wird es auch oben klirrend kalt - dort, wo die Eisbahn ist. Der Beton wird dadurch so eisig, dass Wasser darauf gefriert. So entsteht Eis zum Schlittschuh-Laufen - selbst wenn das Wetter gar nicht richtig winterlich ist. (dpa)
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