Schule braucht ihre Sporthalle
Briefe an die Redaktion

Zum Leserbrief "Herz und Charakter" von Dr. des. Barbara Neuber von 22. August zur Unterbringung von Asylbewerbern in der Dreifachturnhalle des Gymnasiums Neustadt:

Dr. Neuber hält die Verlegung der Flüchtlingsunterkunft auf andere Turnhallen für schwer umsetzbar und schreibt von "einem Schlag ins Gesicht der Menschen", die die Notunterkunft in Neustadt aufgebaut hätten. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die meisten Helfer werden sich bewusst gewesen sein, dass die Betten in einigen Wochen wieder abgebaut werden. Als Notunterkunft verstehe ich eine Übergangslösung, die aus der Not heraus entstanden ist, weil es eben kurzfristig an brauchbaren Bleiben für die Menschen fehlt.

Neuber lobt das Engagement von hilfswilligen Menschen und den Einsatz der Mitarbeiter des Landratsamtes. Dem schließe ich mich vorbehaltlos an. Die meiner Meinung nach berechtigten Sorgen um den Schul- und Basketballsport macht Neuber sozusagen als die Störenfriede aus, die die Idylle auf dem Kulturhügel beeinträchtigen. Nicht zur Sprache kommt aber, dass keineswegs nur der Schulsport und die Vereine - insbesondere die Basketballer, die in der Bayern- und Regionalliga spielen - betroffen sind. Momentan werden auch Klassenzimmer und die Schulmensa genutzt. Somit wären auch der Unterricht und das allgemeine Schulleben betroffen.

Mit dem ersten Bus, der die Notunterkunft erreichte, kamen 60 Albaner. Diese haben bekanntermaßen kaum Aussichten auf ein Bleiberecht. Unter 0,5 Prozent der Asylanträge werden letztlich bewilligt. Schulleben, Schul- und Vereinssport drohen empfindlich unter der Notunterkunft zu leiden.

Bei der Diskussion um die Turnhallen sollte nicht vergessen werden, dass sich die Schüler dort nicht nur die Beine vertreten, Gaudi machen und sich austoben (was sicherlich auch ein wichtiger Aspekt des Schulsports ist), sondern dass auch Schüler der Oberstufe, die sich auf ihre Abiturprüfungen in Sport vorbereiten müssen, an der Nutzung gehindert werden. Alle Anstrengungen müssen deshalb darauf gerichtet sein, so schnell wie möglich Alternativen zu finden und die Dreifachturnhalle bis zum Schulbeginn wieder frei zu bekommen.

Für erwähnenswert halte ich auch, dass die Stadt Neustadt (250 Asylbewerber bei knapp 5800 Einwohnern) derzeit im Verhältnis zum restlichen Landkreis (850 Asylbewerber bei 95 000 Einwohnern) überproportional viele Asylbewerber beherbergt.

Benedikt GrimmNeustadt/WN

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