schweren Busunglück im Nordosten Spaniens
Zwei Deutsche unter den Toten

Unter den 13 Toten des verheerenden Busunfalls bei Tarragona sind neben Austauschstudentinnen aus Italien, Rumänien, Frankreich, Österreich und Usbekistan nach unbestätigten Meldungen auch zwei Deutsche. Bild: dpa
 
Studenten entzünden Kerzen für die Opfer des Unglücks. Bild: dpa

Auch Deutsche gehörten zu den 13 Todesopfern des verheerenden Unfalls auf der Autobahn zwischen Valencia und Barcelona. Die meisten Opfer stammen aus Italien. Die Polizei in Spanien legt dem Fahrer des Unglücksbusses fahrlässige Tötung zur Last.

Tarragona. Beim schweren Busunglück mit 13 Toten im Nordosten Spaniens sind nach Angaben der katalanischen Regionalregierung auch zwei deutsche Studentinnen ums Leben gekommen. Bei dem Unfall in der Nähe von Tarragona seien außerdem sieben Italienerinnen sowie je eine Studentin aus Rumänien, Frankreich, Österreich und Usbekistan getötet worden, teilte der katalanische Innenminister Jordi Jané am Montag mit. Die getöteten Frauen seien zwischen 19 und 25 Jahre alt gewesen.

Papst: "Zutiefst traurig"


Derweil sprach Papst Franziskus den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Das katholische Kirchenoberhaupt sei "zutiefst traurig" über die Nachricht von dem tragischen Verkehrsunfall, hieß es in einem Beileidstelegramm von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Der Argentinier bete für die Verstorbenen und wünsche allen Verletzten eine schnelle Genesung.

Von deutscher Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für die zwei Toten aus Deutschland. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte jedoch: "Nach allen uns bisher vorliegenden Informationen können wir nicht ausschließen, dass unter den Todesopfern auch deutsche Staatsangehörige sind." Der katalanische Justizminister Carles Mundó betonte jedoch, die Gerichtsmediziner hätten die Opfer eindeutig identifiziert.

Bei dem Unglück wurden auch zwei weitere Deutsche verletzt. Sie befanden sich jedoch außer Lebensgefahr. Nach Angaben der katalanischen Regionalregierung wurden am Montag noch insgesamt 24 Verletzte aus 13 verschiedenen Ländern in Krankenhäusern behandelt. Davon schwebte einer in Lebensgefahr.

Der Bus war am frühen Sonntagmorgen auf der Autobahn auf die Gegenfahrbahn geraten, mit einem Personenwagen zusammengeprallt und umgestürzt. An Bord waren Studenten, die gemeinsam ein Volksfest in Valencia besucht hatten. Die Gruppe befand sich auf der Rückreise nach Barcelona.

Viele nicht angeschnallt


Alles deute darauf hin, dass menschliches Versagen des Fahrers die Ursache des Unglücks war, sagte Jané. Die Zeitung "El País" berichtete, vermutlich sei der 62-Jährige am Steuer eingenickt. Der Busfahrer sollte am Montag von einem Ermittlungsrichter als Beschuldigter vernommen werden. Wie die Justizbehörden mitteilten, musste das Verhör jedoch verschoben werden, weil der Fahrer wegen einer Lungenprellung weiter im Krankenhaus behandelt wurde.

Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung in 13 Fällen ermittelt. Von den Studentinnen, die bei dem Unglück ums Leben kamen, seien viele nicht angeschnallt gewesen, teilte die Direktorin der spanischen Verkehrsbehörde DGT, María Seguí, mit. Sie seien bei dem Unglück aus dem Bus hinausgeschleudert worden und dabei zu Tode gekommen.

Italien reagierte bestürzt auf die Nachricht vom Tod der Studentinnen. Ministerpräsident Matteo Renzi schrieb auf Twitter: "Ein zersplittertes Herz wegen der italienischen Opfer und der anderen zerstörten jungen Leben bei dem Unfall in Spanien." In Spanien legten König Felipe VI. und andere Amtsträger Schweigeminuten für die Opfer ein.
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