Seat stellt mit dem Léon ST eine sportlich geschnittene Alternative auf die Räder
Golf-Variant(e) aus Spanien

Der Seat Léon ST gewinnt den Schönheits-Preis unter den Kompaktklasse-Kombis. Dass unter dem Blech neueste Golf-Technik steckt, macht die Sache nicht schlechter. Bilder: ma
Vermischtes DE/WELT
Deutschland und die Welt
22.11.2013
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"Take a Seat!" Immer mehr Autokäufer setzen sich an den Küchentisch und konfigurieren einen VW mit spanischem Blut. Gekonnt spielt Seat den Trumpf südländischen Temperaments und deutscher Zuverlässigkeit. Die Fachpresse schreibt vom Léon als sportlichem Golf-Ableger, und in Martorell klirren die Sektgläser.

Jetzt also der Léon als Kombi, der bei Seat ST heißt. Golf Variant und Skoda Octavia Combi sind die Gegner aus dem Konzern, Astra Sports-Tourer oder Ford Focus Turnier (um nur zwei von einem guten Dutzend zu nennen) die Alternativen der anderen. Was spricht gegen den Seat? Eigentlich nur zwei Punkte: Sein Kofferraum ist nicht ganz so üppig wie der von Skoda, Golf oder Astra, und sein Navigations-Bildschirm ist vergleichsweise klein. Das war's.

Monitor recht klein

Es überwiegen die positiven Eigenschaften. Das Design des Léon ST gefällt fast noch besser als das der Limousine: Paprikascharf gezogene Linien würzen das Blech, schieben beim Blick aufs Heck gar die Gedanken in Richtung Alfa Romeo. Doch halt: Die Schludrigkeiten der Italiener erlaubt sich der Deutsch-Spanier nicht. Sauber verarbeitet, als rolle er in Wolfsburg vom Band, blickt der Léon fast schon streng in die Welt. Innen geht's klar und scharf geschnitten weiter. Das ist Konzern-Niveau, auch hier - bis auf den erwähnten Winz-Monitor (Auf dem sich freilich auch alle Funktionen aufrufen und Menüs problemlos bedienen lassen). Bei 16 640 Euro beginnt die Preisskala für den Seat Léon ST. Unter 20 000 Euro wir aber wohl auch der knausrigste Konfigurator am Küchentisch nicht bleiben. Angeboten werden fünf aufgeladene Benziner von 86 bis 180 PS und vier Turbodiesel von 90 bis 184 PS. Es gibt vier Ausstattungslinien, die schönste (und teuerste) heißt FR. Sparsamstes Modell ist der Ecomotive mit dem neuen 1,6-Liter-Diesel. Für ihn gibt Seat einen Normverbrauch von 3,3 Liter auf 100 Kilometer (CO2: 87 g/km) an. Der Motor leistet 110 PS und erreicht ein Drehmoment von 250 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 197 km/h. Wir fuhren den Benziner mit 140 und den Diesel mit 150 PS und können vermelden: Die passen!
Mit seinem geringen Gewicht von rund 1,3 Tonnen legt der Spanier schon im unteren Drehzahlbereich hurtig los. Das Sechs-Gang-Getriebe ist Konzerneigentum und genau so zu schalten. Der Léon macht Spaß. Und er ist praktisch. Der Kofferraum schluckt 587 Liter. Umgeklappt sind es 1470. Das ist viel, aber nicht Bestwert. Platz gibt es auch für die Insassen vorne und hinten reichlich, und auch bei den Assistenten zeigt sich der Léon auf Höhe der Zeit.

Wie Alfa für VW

Man kennt das ja: In manche Autos setzt man sich und fühlt sich wohl, bei anderen stört irgendwas, man weiß nicht genau was. Der Léon gehört zur ersten Sorte. Er ist so ein Wohlfühl-Typ mit großer Zukunft. Während Skoda den Bossen in Wolfsburg wegen des großen und anhaltenden Erfolgs fast schon Angst machen dürfte, ist Seat kurz davor, ihnen Freude zu bereiten: Die Kurve mit den Verkaufszahlen zeigt steil nach oben, die schwarze Null taucht auf am Horizont. Ferdinand Piëch wollte sich immer Alfa einverleiben. Seat ist auf dem besten Weg, eine spanische Alternative zu werden. Und die Marke hat der Porsche-Enkel und VW-Aufsichtsratsvorsitzende schon. Da, setz' di' nieder!

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Betrachten Sie den neuen Leon in 3-D:

http://www.oberpfalznetz.de/seat
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