"Selbstgefällige Inszenierung"

Deutschland und die Welt
22.11.2013
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Zum Kommentar "Es lebe der Präsident" vom 15. November:

Ein dickes Lob für den Kommentar, der das Spektakel um die Person Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München sehr treffend darstellt. Einem Regenten gleich sitzt da dieser Herr Hoeneß auf seinem Präsidentenstuhl und lässt sich in Tränen aufgelöst von seiner Fangemeinde von der Fraktion "mia san mia, uns kann koana" als unantastbarer Held feiern.

Bei so viel Selbstgefälligkeit ist man als Betrachter dieser Szene dem Erbrechen sehr nahe, obgleich der Tränenfluss sicherlich nicht inszeniert war. Für mich stellt sich aber die Frage, inwieweit der Realitätsverlust von Uli Hoeneß mittlerweile schon fortgeschritten sein muss, dass er angesichts seiner Steueraffäre nicht bereit ist, seine Ämter vorerst ruhen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist natürlich auch das blamable Verhalten des Aufsichtsrates und der Vorstandschaft des FC Bayern zu nennen. Gerade die drei ungekrönten Häupter von Bayern München haben in der letzten Zeit durch ihr Verhalten und ihre unqualifizierten Aussagen das Image des traditionellen Fußballvereins merklich negativ beeinflusst. Da wäre zunächst der Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Neuerdings fällt diese angebliche Lichtgestalt nur noch dadurch auf, dass sie ignorante Äußerungen wie im Fall Katar bzw. Winterolympiade 2022 in München von sich gibt.
Des Weiteren ist Karl-Heinz Rummenigge zu erwähnen, der wegen der Einfuhr nicht versteuerter Rolex-Uhren rechtskräftig verurteilt wurde und demzufolge als vorbestraft einzustufen ist. Zu guter Letzt steht nun auch Uli Hoeneß vor der Situation, dass er aufgrund seiner Verfehlungen mit einer Verurteilung rechnen muss. Diese drei haben offensichtlich eins gemeinsam: Dass sie es mit der Steuerpflicht nicht zu genau nehmen. Da fällt mir doch gleich das Zitat von Guido Westerwelle bezüglich der spätrömischen Dekadenz ein.

Gerhard Steller, 92637 Weiden
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