Slammen, was das Zeug hält

Poetry Slam ist in. Was bringen Schüler heutzutage mit Dichtern und Denkern wie Goethe und Kollegen in Verbindung? Außer trockene und verstaubte Gedichte und Literatur eher wenig.

Amberg. Stattdessen tritt in den letzten Jahren immer mehr eine Bewegung, die die eigene Poesie betont, in den Vordergrund: Poetry Slam.

Die Amberger BOS-Vorklasse (BWS 11) mit ihrem Lehrer Winfried Sima wollte es genauer wissen und nahm an einem Workshop teil. Die Bayernwerk AG vermittelte einen Besuch der Profi-Slammer Pauline Füg und Marvin Ruppert.

Hobby als Beruf

Poetry Slam bezeichnet einen modernen Dichterwettstreit, bei dem die selbst geschriebenen Gedichte innerhalb einer bestimmten Zeit - meistens 5 bis 7 Minuten - einem Publikum vorgetragen werden. Der Sieger wird durch eine Publikumsjury oder eine Applausabstimmung der Zuschauer gekürt. Profislammer wie die Kulturpreisträgerin Pauline Füg zeigen, dass Poetry Slam mehr als nur ein Hobby sein kann. Für Füg ist es zum Beruf geworden: Sie selbst lebt seit vier Jahren vom Schreiben.

Nachdem sich die beiden Workshopleiter vorgestellt hatten, ging es mit einer Dokumentation über Poetry Slam und dessen Definition los. Eine Schreibübung, in der "das schlechteste Gedicht" produziert werden musste, folgte. Die selbst verfassten Gedichte trugen die Autoren dann vor.

Und es waren keine schlechten, was unten stehende Beispiele deutlich zeigen. Nach einem Feedback der Profislammer folgten Auszüge aus deren Werken. Sprech- und Bewegungsübungen rundeten das Programm kunstvoll ab. Danach folgte eine kleine Verschnaufpause. Zu Beginn der zweiten Hälfte durfte die Klasse Fragen an die Leiter stellen. Im Anschluss folgten Videos von den bekanntesten und besten Slammern aus Bayern beziehungsweise Deutschland. Unter anderem von "Jan Philipp Zymny", der mit seinen Texten, die er mit einer ordentlichen Ladung Mimik verpasst, die Zuschauer vollkommen mitreißt. Auch "Katja Hoffmann", die Poetry-Slam-Abende organisiert, war mit dabei.

Konzentration und Spaß

Zur Abwechslung kam hinterher nochmal eine Schreibübung. Zur Auswahl standen, eine Postkarte an eine lang nicht mehr kontaktierte Freundin oder einen frei erfundenen Text zu schreiben. Nach einiger Zeit durften Freiwillige ihre Werke vor der Klasse präsentieren. Zum Abschluss gab es nochmal ein Spiel, bei dem pure Konzentration gefragt war. Spaß durfte natürlich auch nicht fehlen.

von der Klasse BWS 11 der Berufsoberschule Amberg (Schuljahr 2013/14)
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