So sieht man sich eben anderweitig um
Briefe an die Redaktion

Zur Erschließung eines Baugebietes in Wildenau schreiben drei Leser:

"Was ist denn nur in Plößberg los? Junge Leute, drei an der Zahl, beabsichtigen, in Wildenau zu bauen. Da eigentlich müsste jede Gemeinde bereits hellhörig werden. Drei potenzielle Familien - in der heutigen Zeit ein Segen für jede Gemeinde.

Hier aber dauert es von der Anfrage für Bauplätze, bis hin dass überhaupt etwas getan wird, mindestens ein Jahr. Nur nach mehrmaligen Nachfragen wurde zumindest ein Ingenieurbüro beauftragt, die Kosten zu ermitteln. Was dann wiederum ein halbes Jahr dauert. Dabei war doch in der Vergangenheit bereits ein Baugebiet für 28 Parzellen geplant worden. Naja, das wäre dann für die paar Einwohner doch ein wenig übertrieben gewesen.

Also ließ man es fallen. Nun stellte man fest, dass dieses Baugebiet auf sage und schreibe 140 Euro je Quadratmeter kommen würde. Die Erschließung ist ja nicht einfach. Nein, das wusste man damals nicht. Es gibt ja in Wildenau auch noch andere Möglichkeiten. Nun ja, hier sind es immerhin noch 85Euro. Die Erschließung kostet eben Geld. Obwohl bereits Strom, Wasser und Abwasser gegenüber der Straße liegen.

Natürlich ist niemand bereit, diesen Preis für einen Bauplatz in einem Ort ohne großartige Infrastruktur zu bezahlen. Aber wieso wälzt die Gemeinde die Kosten 1:1 um? Wurden doch nicht gerade erst der Neubau der Grundschule und die Erweiterung des Kindergartens gestartet? Eine neue Kita errichtet?

Wieso sprechen Bürgermeister und Schulleiterin von der so tollen Gewerbestruktur und den zahlreichen Arbeitsplätzen in der Gemeinde? Und davon, dass sich dadurch viel mehr Leute ansiedeln werden, mehr Familien und mehr Kinder. Die Schule als auch Kindergarten werden ausgelastet sein. Mit dieser Planung und diesen Baulandpreisen sicherlich nicht.

Zugegeben, ein paar Bauplätze gibt es ja. Direkt an der Hauptstraße, den ganzen Holzverkehr Tag und Nacht vor der Türe. Dazu ein Garten der mehr Hang als eben ist. Nur hier rentiert es sich auch nicht nur einmal daran zu denken dort zu bauen. Hat man einen Platz reserviert, ist er ohne Rückmeldung ganz plötzlich anderweitig verkauft.

Was also tun? Es liegt offenbar nicht im Interesse der Gemeinde, junge Familien anzusiedeln. So sieht man sich eben anderweitig um. Denn für diesen Preis bekommt man auch einen Bauplatz in der Stadt. Mit großer Infrastruktur und guten Anbindungen.

Christian Wittmann, Florian Gollwitzer, Stephan TrautnerErbendorf, Neustadt, Wildenau

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