Spanische Weihnachtslotterie schüttet 2,2 Milliarden Euro aus
Badeort mit vielen Glückspilzen

Auch die Mitarbeiter und Bewohner eines Altenheims in Roda de Bara durften jubeln. Insgesamt gaben die Spanier 2015 mehr Geld für die Lotterie aus (plus 4,5 Prozent). Jeder investierte im Schnitt 55,42 Euro in Lose. Bild: dpa

Tausende Spanier jubeln über einen unverhofften Geldsegen. Die Weihnachtslotterie hat 2,2 Milliarden Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Zu den großen Gewinnern gehört das Finanzamt - und ein Badeort.

Madrid. Wochenlang hatten die Spanier über Politik debattiert, aber zwei Tage nach der Parlamentswahl wollte davon niemand mehr etwas wissen: Das Land blickte auf die Lostrommeln der Weihnachtslotterie, aus denen am Dienstag die Glückszahlen für Gewinne von über 2,2 Milliarden Euro gezogen wurden. Tausende Spanier - Rentner, Bauern, Arbeiter, Beamte und Arbeitslose - wurden mit einem Schlag alle Geldsorgen los. Die vor 203 Jahren geschaffene Lotterie ist die größte und älteste der Welt.

Dicker Hauptgewinn


Besonders gut meinte es das Glück mit dem Badeort Roquetas de Mar im Südosten Spaniens. Dort hatte José Martín, der Betreiber einer Lottostelle, 136 Lose mit der Nummer 79 140 verkauft, auf die der Hauptgewinn, genannt "El Gordo" (der Dicke), entfiel. Da es für jedes Los je vier Millionen Euro gibt, brachte er 544 Millionen Euro unter die Leute.

"Die Gewinne sind weit gestreut, denn viele Leute haben diese Lose bei mir gekauft. Es kann sein, dass auch ein paar Touristen darunter sind", berichtete Martín. Die Stadt mit 92 000 Einwohnern und einem Badestrand lebt vom Tourismus sowie von Anbau von Tomaten und Paprika in den Plastikgewächshäusern. "Wir haben hier eine Arbeitslosenquote von 30 Prozent", sagte Gemeindesprecher José Juan Rodríguez.

Allerdings blieben die Gewinne des "Gordo" nicht alle in Roquetas de Mar selbst. Einen Teil der Lose hatten die Leiter einer Schule im 60 Kilometer entfernten Dorf Laújar de Andarax erworben. Sie verkauften die Lose weiter, um eine Klassenreise finanzieren zu können. "Bisher waren die Ausflüge nach Italien gegangen, aber nun werden die Schüler wohl nach Miami reisen können", berichtete die Bürgermeisterin Almudena Morales.

Die Spanier kaufen in der Regel keine ganzen Lose zum Preis von 200 Euro, sondern Zehntellose. Zudem ist es üblich, sich Lose mit Freunden und Verwandten zu teilen. Die Lotterie macht daher nicht viele Spieler zu Millionären. Die Gewinne erinnern an einen Geldregen, der über das Land niedergeht.

Losverkäufer Martín hatte 24 Lose, auf die später der Hauptgewinn fiel, an die staatliche Lotteriegesellschaft LAE zurückgegeben, weil er dafür keine Abnehmer gefunden hatte. Die Gewinne für diese Lose in Höhe von 96 Millionen Euro kassiert nun das Finanzamt. Der Fiskus ist ohnehin immer der größte Gewinner der traditionellen Weihnachtslotterie, denn für jeden Preis über 2500 Euro müssen 20 Prozent als Steuern abgeführt werden.
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