Sprung ins 21. Jahrhundert
Briefe an die Redaktion

Zu den Berichten über den Fassaden-Wettbewerb zur Stadtgalerie:

Mit den Fassaden-Entwürfen der "meck-architekten" aus München für die künftige "Stadtgalerie" und "Parkgalerie" schafft Weiden den Sprung ins 21. Jahrhundert. Ich hoffe, die Gesellschafter von Fondara haben den Mut und die Kraft, diese so umzusetzen. Die Mehrkosten gegenüber dem Zweitplatzierten, "Ortner Baukunst" ("kleinbürgerlich"), werden sich - auch im Hinblick auf die Internet-Konkurrenz - amortisieren. Die Weidener und die ganze Nordoberpfalz, bis auf einige "Altvordere", werden es ihnen danken.

Petra Scharrer, Pirk

OB diskriminiert Bedenkenträger

Zum Bericht "Seggewiß platzt der Kragen" vom 15. Mai:

Die öffentliche Reaktion von Oberbürgermeister Seggewiß auf die von Anliegern, aber auch namentlich Architekt Heiner Schreml gebrachte Kritik erscheint nicht nur verletzend, sondern auch bedenklich. Ein im öffentlichen Interesse stehendes Großprojekt - Stadtgalerie - im Herzen der Stadt Weiden muss in einem freien Land mit freier Presse Kritik, und zwar öffentlich und nicht nur im stillen Hinterstübchen, ertragen. Die freie Meinungsäußerung ist eines der wichtigsten und ständig in Gefahr befindlichen Grundrechte in einer Demokratie. Wer hiervon Gebrauch macht, darf zwar wiederum kritisiert, aber nicht diffamiert und öffentlich verdächtigt werden.

Das Bundesbaugesetz sieht für Vorhaben wie die Stadtgalerie einen Bebauungsplan vor, der öffentlich auszulegen ist, um der Öffentlichkeit (sic!) Einwendungen hiergegen zu ermöglichen, deren Erörterung durch die Stadt zwingend vorgesehen ist. Wer von diesem im Planaufstellungsverfahren vorgesehenen demokratischen Recht Gebrauch macht, darf nicht als "Verhinderer", noch dazu mit fremdbestimmten unmoralischen Motiven diskriminiert werden. Die Demokratie lebt nach geradezu von kritischer Begleitung durch Bürger und Medien und nicht nur von "Jubelbürgern". Kritik ist das Salz in der Suppe der Demokratie.

Wenn eine mögliche Normenkontrollklage als eine Taktik eingestuft wird, die "höchstens eine Verzögerung um ein Jahr" bringt, zeugt dies von wenig bis keinem Respekt vor dem für die Entscheidung zuständigen Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, und nach geradezu hellseherischen Fähigkeiten, wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof über die Normenkontrollklagen, sollten solche eingereicht werden, entscheiden wird.

Unterhalb der Gürtellinie liegt es, wenn das Weidener Oberhaupt Herrn Schreml unterstellt, er würde seine Kritik um des schnöden Mammons Willen äußern ("wessen Brot ich ess"). Dass es ihm ausschließlich um architektonische Gesichtspunkte und möglicherweise verpasste Chancen für einen gelungen städtebaulichen Entwurf geht, ergibt sich unmittelbar aus dem Inhalt seiner Kritik. Man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll bei der Vorstellung, Schreml, so der OB, sollte "am Alten Rathaus an den Pranger gestellt" werden.

All dies hat mit "für oder gegen die Stadtgalerie" nicht das Geringste zu tun, sondern es geht ausschließlich um die Wahrung demokratischer Spielregeln aller Beteiligten. Die Stadt Weiden sollte froh sein, dass es beherzte Bürger gibt, die auch mit dem Risiko der persönlichen und namentlichen "oberbürgermeisterlichen Abkanzelung" ihre Meinung äußern.

Dr. Burkhard Schulze, Weiden

Verwegene Schlussfolgerungen

Zu Berichten und Leserbriefen über die BI "Weiden - Unsere Stadt":

Es ist hochinteressant, welche verwegenen Schlussfolgerungen aus Berichten im "Neuen Tag" gezogen werden, auch von Personen, die sich nach eigener Einschätzung als Sachverständige präsentieren. Einige Richtigstellungen dazu:

1. Die BI hat zu keinem Zeitpunkt erklärt, sie wolle ein Einkaufszentrum "dauerhaft" verhindern. Wie auch? Weder dauerhaft, noch zeitweise. Belege dafür gibt es zuhauf, man muss nur die Berichterstattung über das Center sorgfältig gelesen haben.

2. Architekt Schreml hat auf der Hauptversammlung der BI in einer Diskussion seine persönliche Meinung vertreten. Er ist jedoch nicht Mitglied der Bürgerinitiative. Die BI haftet nicht für die Berichterstattung in der Presse.

3. Die BI hatte zu keinem Zeitpunkt die Absicht, irgendeinen Rechtsweg zu beschreiten. Auch nicht zukünftig. Schon gar nicht den einer Normen-kontrollklage. Und sie hat auch nicht die Absicht, einen Financier zu suchen, der ihr das ermöglichen sollte.

4. Die BI hat hingegen lange Zeit den Versuch unternommen, mit Stadt und Investor Fondara einen sachbezogenen Arbeitskontakt herzustellen, der letztlich aber von Fondara mit Duldung der Stadt hintertrieben wurde. Die dabei gewählten Methoden hatten mit denen eines ehrbaren Kaufmanns nichts gemein.

5. Die Ergebnisse des Wettbewerbs liegen nunmehr vor. Die politischen Gremien werden über den erreichten Sachstand positiv entscheiden. Die BI hat deshalb bereits am 6. Mai beschlossen, ihre Tätigkeit zum 30. Juni zu beenden. Alle in andere Richtungen gehenden Interpretationen zielen ins Leere.

Dr. Herbert Klein, Neustadt/WN

Für lebendiges Umfeld der Stadtgalerie

Zum Bericht "Neues Gutachten, aber keine neuen Ideen" im NT vom 12. Mai:

Im genannten Artikel wird dargestellt, es solle ein weiteres Gutachten geben, welches von den Eigentümern als nicht notwendig erachtet wird. Ich stelle klar, es geht nicht um ein Gutachten, es geht um die Erarbeitung eines Weiterentwicklungskonzeptes der Handelsinnenstadt Weidens. Vor dem Hintergrund des Planungsprozesses der Stadtgalerie Weiden ist hierbei der Fokus auf das innerstädtische Handelszentrum Weiden als ein in sich stimmiger Gesamtstandort zu richten. Ziel ist es, unter den sich verändernden Kundenbedürfnissen und Flächenanforderungen von Händlern Reaktionsmöglichkeiten im Immobilienbestand zu erkennen und eine Strategie für die Vermietung sowie begleitende Modernisierungsschritte der Immobilien und des Gesamtauftritts zu erarbeiten. Wichtig dabei: eine Ist-Analyse als Basis, um dann klare Handlungsempfehlungen für die Immobilienbesitzer in der Innenstadt zu bekommen.

Durch die Schließung von Hertie vor Jahren ist ein Kundenmagnet weggefallen. Die Handelsinnenstadt von Weiden hat tendenziell Schwierigkeiten, seiner Rolle als Oberzentrum gerecht zu werden. Die Stadtgalerie wird eine attraktive Kompensation für Hertie sein. Aufgrund der Dimensionierung des neuen Einkaufszentrums werden dort nicht alle für Weiden wünschenswerten Handelsanbieter Platz finden. Die Stadtgalerie wird nicht autark sein, sie braucht ein lebendiges Handelsumfeld.

Mit Blick in die Zukunft benötigt Weiden daher eine nachhaltige Strategie für die Weiterentwicklung des Gesamtstandortes, welche die Wechselwirkungen und Funktionen der innerstädtischen Bereiche analysiert und Handlungsempfehlungen liefert.

Wolfgang Pausch,CSU Fraktionsvorsitzender

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Weitere Beiträge zu den Themen: Bebauungsplan (4090)Mai 2015 (7908)
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