Stadt kann das so nicht wollen

Es passiert nicht alle Tage, dass sich Vertreter der Stadtbau und des Wohnungsunternehmens (WU) vor Gericht gegenübersitzen. Die städtische Tochter klagt und will ihren Vorschuss zurück, den sie auf richterliches Geheiß überweisen musste. Die Sanierung, die der eingesprungene Ersatz-Verwalter WU koordinieren soll, lässt noch auf sich warten, weil sich die Eigentümer nicht einig sind. 26 von ihnen hätten sich mit der Stadtbau auf einen Vergleich verständigt, zwei aber pochen auf ihr Recht und fordern eigene vier Wände, mit denen alles in Ordnung ist. Das muss auch so sein. Wer die Wohnung eines Tages verkaufen möchte und dem Notar das womöglich immer noch vorhandene Gefahrenpotenzial verheimlicht, macht sich strafbar. Alternative ist ein deutlicher Wertverlust. Wer will schon eine Immobilie haben, in der täglich mit Schäden zu rechnen ist?

Da die Beteiligten in einer seit Jahren verfahrenen Situation auf ihren Standpunkten verharren, deutet sich eine Lösung nicht an. Richterin Christa Kelsch wird zu einem Urteil kommen müssen. Und damit rechnen, dass die sich unterlegen fühlende Seite das nicht akzeptiert. Dabei könnte doch alles so einfach ein, die Juristin sagte es ganz deutlich: Zieht die Stadtbau ihre Klage zurück, müssen die Eigentümer mit der Sanierung beginnen.

Eine Antwort, warum der Bauträger bei seiner juristischen Hardliner-Strategie bleibt, geben die Verantwortlichen nicht. Wie auch immer die Auseinandersetzung ausgehen mag, ein fader Beigeschmack bleibt so oder so. In einem von ihr errichteten Haus ist die Stadtbau nicht mehr als Verwalter tätig. Bei genauerer Betrachtung spielt es gar keine Rolle, ob der Rückzug eigener Wille war, oder die Eigentümer Wert darauf gelegt haben. Beides kommt dem Anspruch, den eine städtische Tochtergesellschaft haben sollte, nicht sehr nahe. Und dem einer Stadt auch nicht.
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