Stadt zwingt die Angehörigen, auf Urnengräber auszuweichen

Im Zeitungsartikel "Urnen im Trend" wird der Eindruck erweckt, dass mit der neuen Bestattungsform im Waldfriedhof eine zusätzliche Beerdigungsmöglichkeit in Amberg angeboten wird. Der unbedarfte Leser merkt jedoch nicht, dass hier lediglich ein Ersatz für die voll belegten Urnenwände im Katharinenfriedhof geschaffen werden soll.

Laut Auskunft des Leiters der Friedhofsverwaltung, Wolfgang Lebe, beabsichtigt die Stadt Amberg zurzeit nicht, zusätzliche Urnenwände für die bereits voll belegten vorhandenen zu schaffen. Stattdessen zwingt sie die Angehörigen, auf Urnengräber auszuweichen.

Ich finde diese Vorgehensweise einen großen Rückschritt der Bestattungsmöglichkeiten in der heutigen Zeit, in der von den Menschen eine große Mobilität erwartet wird. Vielen Angehörigen ist es deshalb nicht möglich, die Grabpflege, auch für ein Urnengrab, zu übernehmen. In meinem Bekanntenkreis kenne ich viele, deren Kinder und Enkelkinder nicht in Amberg und der näheren Umgebung wohnen und deshalb eine Grabpflege nicht übernehmen können. Auch aus diesem Grund haben sich doch viele Angehörige für die Feuerbestattung mit der Unterbringung der Urnen in einer Kammer in den Urnenwänden entschieden.

Ich finde es rücksichtslos von den Verantwortlichen der Stadt Amberg, dass sie die Angehörigen von Verstorbenen in der nächsten Zeit zwingt, die Urnen in Urnengräbern beizusetzen, statt ihnen die Möglichkeit zu geben, diese in Wänden zu bestatten.

Am Schluss des Artikels wird erwähnt, dass die neue Bestattungsform im Waldfriedhof nur eines geringen Pflegeaufwands der Grabstätte bedarf. Die ist jedoch nur im Waldfriedhof möglich. Nicht jeder möchte jedoch, wegen der schlechten Verkehrsanbindung, in dem von vielen ungeliebten Waldfriedhof seine Angehörigen bestatten. Eine Bestattung im Katharinenfriedhof in einer Urnenwand kann dies nicht ersetzen.

Es zeugt nicht von Weitsicht, dass nicht schon vor längerer Zeit die Schaffung von weiteren Urnenwänden in Angriff genommen worden ist.

Christian Gunreben, Amberg

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