Stadtrat macht sich überflüssig
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht "Bürgerentscheid zur Ost-Tangente" vom 10. November:

Brauchen wir in Weiden überhaupt noch einen Stadtrat? Die Antwort: NEIN. Es genügt, bei der nächsten Stadtratswahl nur noch den Oberbürgermeister zu wählen. Denn die Weidener Bevölkerung wird in Zukunft durch "jährliche Bürgerentscheide" das Wohl der Stadt selbst entscheiden und bestimmen.

Gab es 2014 den Bürgerentscheid für das Gewerbegebiet West IV, werden die Bürger 2015 bestimmen, ob die Ost-Tangente gebaut wird oder nicht. Der Bürgerentscheid für 2016 dürfte wohl auch schon in der Luft liegen, dann werden die Weidener Bürger entscheiden, ob sich im neuen Gewerbegebiet West IV ein Autohändler oder vielleicht doch lieber ein Metzger oder Bäcker ansiedeln darf.

Gute Nacht, Weiden.

Josef SterrWeiden

Unfassbar: Strafgebühr für Vielleser

Zum Bericht "Schrumpfkur für Erfolgsmodell" vom 19. November:

Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit habe ich Ihren Artikel über die vom Stadtrat beschlossenen Sparmaßnahmen für die Regionalbibliothek gelesen. Ich gehöre mit zwei Töchtern (die eine eine absolute Leseratte, die gut und gerne sieben Bücher pro Woche "verschlingt" , die andere eine begeisterte Leseanfängerin) zu den Vielnutzern der "Regi" und habe bisher gut 15 Bücher pro Woche ausgeliehen, die auch gelesen beziehungsweise vorgelesen wurden.

Natürlich weiß ich, dass die Stadt Weiden sparen muss, weshalb ich Verständnis für höhere Beiträge, den Einbau von Ausleihautomaten und meinetwegen auch einen weiteren Schließtag aufbringen kann. Absolut inakzeptabel ist meiner Meinung aber die Einführung einer Gebühr von 50 Cent pro entliehenem Medium! Offensichtlich hat man dabei nur das Lese- und Ausleihverhalten von Erwachsenen berücksichtigt, nicht aber das von Kindern und Jugendlichen, die mehr Zeit, Neugierde und Fantasie und damit auch einen viel größeren Bedarf an Lesestoff haben.

Sollen künftig Lesefreude und Lesefleiß bestraft werden? Will man Weidens Schülern das Lesen abtrainieren, damit sie mehr Zeit vor Computer und Fernseher verbringen? Wo bleibt der Aufschrei der Grundschulen, deren Leseförderungsprogrammen (z. B. Antolin) mit den kostenlos verfügbaren Büchern die Grundlage entzogen wird? Wie kann ein Stadtrat, in dem zwei Deutschlehrer und ein Grundschullehrer vertreten sind, so etwas einstimmig beschließen?

Unbegreiflich auch, wie die SPD-Stadträte diese Gebühren mit ihrem Anspruch, für gleiche Bildungschancen einzutreten, vereinbaren können. Während besser gestellte Eltern zähneknirschend die "Strafgebühr" für übermäßiges Lesen zahlen werden, werden neugierige Kinder aus einkommensschwachen Familien zukünftig zu hören bekommen: "Lies nicht so viel, das wird zu teuer!"

Ursula WellsteinWeiden

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