Statistische Verzerrungen

Zum Artikel "Manche Untersuchung hilft nur dem Arzt":

Es mag sein, dass der positive Effekt der einen oder anderen Selbstzahlerleistung statistisch nicht zu erfassen ist. Dies muss jedoch nicht an der Leistung selbst liegen, sondern kann auch ein Effekt der statistischen Methode sein. Besonders augenfällig wird diese Verzerrung bei relativ seltenen Erkrankungen, bei denen, um einen Fall zu entdecken, sehr viele Patientinnen untersucht werden müssen, wie dies beim Eierstockkrebs der Fall ist. Diese statistischen Effekte müssten auch dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz bekannt sein.

Da es für diese Erkrankung keine bezahlbare Alternative der Früherkennung gibt und dies den Krankenkassen bekannt sein dürfte, ist es unethisch, derartige Untersuchungen als ungeeignet zur Früherkennung zu bezeichnen. Warum sich ausgerechnet der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, vor diesen Karren spannen lässt, bleibt rätselhaft, handelt es sich doch bei den angesprochenen Untersuchungen samt und sonders nicht um Arzneimittel. Es wäre besser, wenn die Krankenkassen die Sinnhaftigkeit ihrer Präventionsmaßnahmen und Bonusangebote vom Harding-Zentrum untersuchen lassen würden, anstatt sich regelmäßig mit den Angeboten an Selbstzahlerleistungen in den Praxen zu beschäftigen, bei denen kein Patient gezwungen wird, sie wahrzunehmen.

Dr. Thomas Bäumler 92660 Neustadt
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