Steuerbonus für energetische Haussanierung ein Bluff

Zum Bericht "Vorerst kein Steuerbonus für Haussanierung" vom 27. Februar:

Diesmal muss ich dem Bayerischen Ministerpräsidenten einmal danken. Er lehnt die geplante Gegenfinanzierung des Steuerbonus für die energetische Haussanierung durch die Streichung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen im unteren Bereich als Mogelpackung ab.

Das ist richtig, denn es hätte einmal mehr nur die "kleinen Leute" getroffen. Der sogenannte Handwerker-Bonus soll nämlich nicht "etwas abgeschmolzen" werden, sondern für Rechnungen mit steuerrelevanten Beträgen unter 300 Euro völlig entfallen. Mieter könnten dann z.B. ihren Anteil an den Kosten der Wartung der Heizung, der Leistung des Kaminkehrers und etwa des Hausmeisters, nicht mehr steuerlich gelten machen.

Sie finanzieren damit die Steuerermäßigung der Vermieter, die solche Kosten als Nebenkosten an sie weiterreichen. Außerdem können Vermieter schon jetzt 11 Prozent der Kosten einer energetischen Sanierung auf den Mietpreis aufschlagen. Nach 9 Jahren haben die Mieter die Sanierung bezahlt. Selbstverständlich ist kein Vermieter verpflichtet, dann die Mieterhöhung zurückzunehmen. Auch Eigenheimbesitzer, die nicht energetisch sanieren müssen, können oder wollen, wären auf der Verliererseite. Die Gegenfinanzierung des Steuerbonus für Energieeinsparung wäre auch ohne Benachteiligung der "kleinen Leute" möglich. Man könnte z.B. die steuerliche Geltendmachung an die Abschreibungsfristen koppeln und damit die Steuerausfälle auf der Zeitschiene strecken oder den Spitzensteuersatz auf das Niveau unter Kanzler Kohl erhöhen. Aber das ist mit der SPD sicher nicht zu machen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man dem Klima mit einem Tempolimit auf der Autobahn mehr hilft, als z.B. mit der Fassadendämmung, deren Ökobilanz sehr umstritten ist.

Erwin Niklaus, 92224 Amberg
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