Stromtrasse: Energie-Zeche doppelt bezahlen

Zur geplanten Stromtrasse:

Bisher erschließt es sich mir und weiten Teilen der Bevölkerung nicht, warum diese Stromtrasse gebraucht wird. Die Aussage, die Stromtrasse sei unbedingt notwendig, muss grundsätzlich hinterfragt werden.

Bei konsequenter Umsetzung einer echt gewollten Energiewende über dezentrale regenerative Anlagen - beispielsweise durch die zahlreichen, engagierten Bürgerenergiegenossenschaften, Gesellschaften, Investoren und Privatpersonen etc. - ergänzt durch Gaskraftwerke (Notbetrieb), brauchen wir in Bayern keinen Strom aus dem Norden, und schon gar nicht aus Off-Shore-Windkraftanlagen.

Zumindest nicht in einer solchen Dimension, die eine solch hässliche Trasse rechtfertigt. On Shore-Windkraftanlagen und alle anderen Arten regenerativer Energiegewinnung haben im überwiegend ländlich geprägten Bayern eine riesige Chance zu regionaler Wertschöpfung für die Bevölkerung, die allerdings leider von der großen Politik verspielt wird. Der ländliche Raum ist prädestiniert, Energie für die Ballungsräume zu produzieren. Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie haben dort das Potenzial in ausreichender Menge und Verfügbarkeit ihren Beitrag zu leisten.
Darüber hinaus ist das Projekt - in Anbetracht der Tatsache, dass ein derart riesiges, landschaftszerstörendes Monstrum wie die geplante Stromtrasse nahe an Siedlungen gebaut werden darf - eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit gegenüber den sehr effizienten BinnenWindkraftanlagen. Bei Windrädern im Binnenland aber soll peinlichst auf riesige Abstände zu bewohnten Bereichen - nun plötzlich 2000 Meter - geachtet werden, so dass On-shore-Windkraftanlagen in Bayern, außer in den großen Forstgebieten der Staatsforstverwaltung, künftig ausgeschaltet werden.

Warum sollen wir den Strom der teuer mit Steuergeldern bezuschussten Off-Shore-Windkraftanlagen hier abnehmen? Wie viele hundert hässliche Strommasten und wie viele Kilometer an gesundheitsgefährlichen Stromleitungen hätte unser Nordbayern auszuhalten?

Hätte die Bevölkerung in Ostdeutschland, Oberfrankens und der Oberpfalz die Zeche nicht doppelt zu bezahlen und müsste sie nicht in einer zerstörten Heimat auf Jahrzehnte hinaus leben? Warum will man einer Energie aus Bürgerhand keine Chance geben? Diesen Fragen müssen wir uns alle stellen!

Harald Meier, 92545 Niedermurach
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