Studie der GfK
Welcher Berufsgruppe vertrauen Sie?

Bild: Hartl

"Welcher Berufsgruppe vertrauen Sie voll und ganz - und welcher überhaupt nicht?" Das wollte die GfK in einer repräsentativen Umfrage wissen. Das Ergebnis der Auswertung überrascht nur wenig. Mit einer Ausnahme.

Nürnberg. Die Germanwings-Katastrophe im März 2015 hat dem Ansehen der Piloten in Deutschland kaum geschadet. Mit 87 Prozent Zuspruch verliert diese Berufsgruppe im Vergleich zu 2014 zwar vier Prozentpunkte - wie die Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. Dennoch bleiben die Piloten in den Top-Ten der vertrauenswürdigsten Berufe.

Retter liegen vorn


Laut der Umfrage fördert es das Ansehen eines Berufs, wenn Menschen Verantwortung für die Gesundheit anderer übernehmen: Feuerwehrleute retten Leben, Häuser und auch mal die Katze aus dem Baum - dafür genießen sie großes Vertrauen. Auch andere Helfer und Retter wie Sanitäter, Krankenschwestern und Pfleger haben der Studie zufolge sehr vertrauenswürdige Berufe. Feuerwehrleute und Sanitäter kommen auf je 96, Krankenschwestern und Pfleger auf 95 Prozent Zuspruch. Die drei Berufsgruppen verteidigen damit ihre Spitzenplatzierungen aus der Befragung von 2014. Apotheker und Ärzte kommen bei dieser Umfrage auf 90 und 89 Prozent.




Nicht immer gerecht


Dass Lebensretter so gut abschneiden, erklärt Frank Kleemann, Professor für Arbeitssoziologie, mit deren Arbeit für das Gemeinwohl: "Das sind Leute, die unangenehme, schwierige, aber notwendige Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen." Vertrauen sei aber auch an das Einkommen und den Bildungsgrad gekoppelt - deswegen schnitten Müllmänner und Altenpfleger trotz ihrer wertvollen Aufgabe für die Gesellschaft nicht so gut ab.

Beim Lehrerberuf scheinen die Debatten über zu volle Klassen, zu wenig Zeit für den einzelnen Schüler und weitere Probleme an Schulen nicht zu Buche zu schlagen: Das Vertrauen in sie stieg laut der Erhebung sogar um drei Prozentpunkte auf 82 Prozent.

Banker und Bankangestellte können nach Jahren der Finanzkrise, in denen die Branche viel Kritik traf, wieder Vertrauen gewinnen: Sie legen um vier Prozentpunkte zu - auf 43 Prozent.

Am Ende der Skala stehen unverändert Politiker, denen nur 14 Prozent der Deutschen "voll und ganz" oder "überwiegend" vertrauen. Journalisten landeten auf dem viertletzten Platz. Im vergangen Jahr waren vor allem im rechtspopulistischen Pegida-Lager "Lügenpresse"-Vorwürfe laut geworden - Journalisten büßen im Vergleich zu 2014 aber lediglich einen Prozentpunkt auf 36 Prozent ein. Minimal zulegen konnten Profifußballer (42 Prozent) und Schauspieler (48 Prozent), die damit aber weiter hintere Plätze belegen.
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Die GfK-Ergebnisse im Detail
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