SV-Vorsitzender kannte die Zahlen
Briefe an die Redaktion

Leserbrief zum Artikel "Kalte Dusche vor Finanzspritze" vom 22.10.2014

Ich habe das Rechnungswerk des Schwimmvereins Weiden als Kassenprüfer von 1994 bis 2012 insgesamt 19 Mal geprüft.

Nun möchte ich zu einigen Punkten als Kenner der Materie "Jahresrechnung" des Schwimmvereins Stellung nehmen: Bis zum Jahr 2012 war der Verein voll für den Unterhalt des gesamten Schätzlerbades verantwortlich. Die Stadt Weiden gab dafür einen jährlichen Zuschuss von 330 000 Euro. Die zusätzlichen Einnahmen aus der Camperabteilung, Kabinenmiete, Mitgliedsbeiträge und aus dem laufenden Badebetrieb erhöhten den Haushalt auf ca. 630 000 Euro. Damit musste die Vorstandschaft die gesamten Personalkosten, den Unterhalt mit Reparaturen der Beckenbäder, Gastwirtschaft des Schätzlerbades schultern. Die Vorstandschaft musste auch damit leben, dass nach Saisonende, wie alle Jahre vorher, für alle laufenden Ausgaben von bis zu 80 000 Euro ein Kredit bei der Sparkasse Oberpfalz Nord aufgenommen werden musste.

In dieser Zeit war der jetzige SV-Vorsitzende Reinhard Meier als langjähriger Abteilungsleiter der aktiven Schwimmer in dem zuständigen Gremium, dem Hauptausschuss, immer dabei und müsste doch diese Zahlen auch mitbekommen haben. Die damalige Vorsitzende Ulla Albert hat in ihrer letzten Rede am 12. Oktober 2011 auf der Jahreshauptversammlung, wo Herr Meier zum Vorsitz gewählt wurde, die Zahl von 75 000 Euro an Kredit in den Raum gestellt. Tatsächlich sind es dann genau 76 919,18 Euro geworden. Nachdem von Januar bis März, wie alle Jahre, über die Camper, Kabinenmiete und Mitgliedsbeiträge ca. 180 000 Euro alle Jahre eingenommen wurden, konnte die neue Vorstandschaft nach Tilgung des Kredits mit ca. 100 000 Euro plus in die Badesaison 2012 starten.

Einer Ehrenvorsitzenden des eigenen Vereins Schulden und hohe Verwaltungskosten in die Schuhe schieben zu wollen, um von eigenen Fehlern abzulenken, ist unter der Gürtellinie. Die neue finanzielle Ausstattung des Schwimmvereins, welche eine Idee des OB war und welche auch vom Stadtrat gebilligt wurde, war doch die Bedingung, dass der jetzige Vorsitzende am 12. Oktober 2011 zur Wahl überhaupt erst angetreten ist.

Ich möchte noch kurz aufzeigen, welche Mittel die Vorstandschaft seit dem Geschäftsjahr 2013 zur Verfügung hat, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. 550 000 Euro gibt die Stadt an die Stadtwerke, damit werden die Beckenbäder unterhalten und betrieben sowie das dazu nötige Personal für den laufenden Betrieb und die Aufsicht bezahlt. Der Schwimmverein hat Einnahmen aus der Campingabteilung, Kabinenmieten, Mitgliedsbeiträgen und aus dem Badebetrieb jährlich von ca. 300 000 Euro.

Davon muss das Altbad unterhalten werden, wofür zwei Personen beschäftigt sind, und die Kassiererinnen am Eingang beim Badebetrieb müssen bezahlt werden.

Früher wurden im Jahr ca. 630 000 Euro ausgegeben und jetzt stehen dem Verein fast 850 000 Euro zur Verfügung. Anscheinend wurde für Umbauten und Sanierungen zu viel Geld ausgegeben.

Es gibt noch eine interessante Zahl zu vermelden: Im ersten Jahr der neuen Vorstandschaft (2012) hatte der Verein einen Rückgang von 557 Mitgliedern zu verzeichnen. 429 Mitglieder wechselten zum Förderverein, diese sind aber in dieser Zahl nicht enthalten.

Helmut RuhlandWeiden

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