Teenager fuhr vier Menschen tot
USA empört über verzogenen Schratzen

Ethan Couch. Bild: dpa

Ein Teenager kommt aus reichem Haus, gilt als maßlos verwöhnt. Betrunken fährt er vier Menschen tot. Seine Verteidiger machen seine Erziehung dafür verantwortlich - mit Erfolg. Jetzt gerät der junge Amerikaner wieder in die Schlagzeilen.

Fort Worth. Der US-Teenager Ethan Couch sitzt betrunken hinterm Steuer und tötet vier Menschen. Der Texaner kommt mit einer Bewährungsstrafe davon: Die Verteidigung argumentiert, Couch sei "wohlstandskrank" - ein verwöhntes Kind reicher Eltern, dem nie Grenzen aufgezeigt wurden. Die Begründung löst Unverständnis und Hohn aus, das lasche Urteil einen Sturm der Empörung.

Das war vor zwei Jahren. Jetzt ist Couch wieder in den Schlagzeilen. Die texanische Polizei fahndet nach dem heute 18-Jährigen, der verschwunden ist. Die Polizei vermutet, dass Couch mit seiner Mutter ins Ausland geflohen ist. Zuvor war ein Video mit ihm auf einer Bierparty aufgetaucht. Hätte er Alkohol konsumiert, wäre das ein Verstoß gegen die Bewährungsauflagen und könnte zehn Jahre Haft bedeuten. Die Flucht hat den Zorn über das Urteil wieder aufflammen lassen. "Es ist einer der Fälle, in denen man es hasst, sagen zu müssen, "ich habe es euch ja gesagt", aber ich habe es euch gesagt", zitierte die "Dallas Morning News" den Sheriff von Tarrant County, Dee Anderson. "Ich wusste, dass er in weitere Schwierigkeiten gerät."

Laut Anklage stahlen Couch und mehrere Freunde Bier, tranken und fuhren dann mit einem Kleinlaster los. Couch raste in eine Gruppe Menschen, vier starben. Zwei Freunde auf der Ladefläche des Trucks wurden schwer verletzt. Eine Blutprobe ergab bei Couch 2,4 Promille - das Dreifache des Erlaubten.

Angeblich Eltern schuld


Im Prozess machten die Verteidiger geltend, dass Couchs Eltern die Schuld trügen. Sie boten einen Psychiater auf, der sagte, der Teenager leide an "Affluenza": Er sei maßlos verwöhnt und daher nicht fähig, die Konsequenzen seines Handelns zu erkennen. "Affluenza", eine Kombination aus affluent (wohlhabend) und Influenza (Grippe), wird von der Ärztevereinigung nicht anerkannt.

Couch wurde schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft forderte 20 Jahre Haft, aber Jugendrichterin Jean Boyd ließ den Teenager mit der zehnjährigen Bewährungsstrafe davonkommen. Das Thema erhitzte die Gemüter: Couch sei ein verwöhntes Balg und müsse wie jeder andere zur Rechenschaft gezogen werden. Weil die Familie so wohlhabend ist, befürchtet die Polizei, dass es schwer sein wird, den Teenager aufzuspüren.
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