Testament richtig verfassen und Nachlass so zu regeln, wie es den Vorstellungen entspricht - ...
Fehler vermeiden

Wer etwas zu vererben hat, sollte sicherstellen, dass sein Nachlass den gewollten Personen im beabsichtigten Umfang zufällt, denn es geht um das Vermögen, das man während seines Lebens hart erarbeitet hat. Gewährleistet wird dies nur durch ein eigenes Testament, bei dessen Abfassung aber zahlreiche Fehler gemacht werden können. Diese gilt es zu vermeiden:

1. Handschrift ist Pflicht

Das Testament muss durch den Verfasser selbst und handschriftlich aufgesetzt und von ihm mit Datum und vollem Namen unterschrieben werden. Ein z.B. maschinell verfasstes Testament ist unwirksam, auch wenn es vom Testierenden unterschrieben ist. Für den Fall, dass Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament errichten, muss lediglich ein Ehegatte das Testament per Hand niederschreiben, beide müssen jedoch das Testament eigenhändig und mit dem eigenen vollen Namen unterschreiben, wobei über der Unterschrift desjenigen, der das Testament nicht selbst geschrieben hat, stehen sollte: "Dies ist auch mein Wille". Bei einem Notar muss ein Testament zu seiner Wirksamkeit dagegen nicht erklärt werden.

2. Streit bei unklaren Formulierungen

Fehlerhafte oder missverständliche Formulierungen im Testament bewirken oft, dass der letzte Wille des Erblassers nach dessen Versterben nicht umgesetzt wird bzw. es zum Streit der im Testament Bedachten kommt. Für Laien ist beispielsweise vererben und vermachen vom Sprachgebrauch her meist das Gleiche, der rechtliche Unterschied ist aber fundamental.

3. Änderung des Testaments

Ein selbstverfasstes Testament kann später geändert werden. Hierzu allerdings nur handschriftliche Einfügungen im Text oder am Rand des bisherigen Testaments vorzunehmen, kann zu größten Streitfragen führen, z.B. ob es sich dabei tatsächlich um eine wirksame Änderung des Testaments handelt.

4. Aufteilung des Nachlasses

Werden in einem Testament lediglich Erben benannt, bedeutet dies beim Versterben des Erblassers, dass diese an dessen rechtliche und wirtschaftliche Position treten. Geld lässt sich dann leicht aufteilen, wie ist aber z.B. zu verfahren mit einem Haus, der Wohnungseinrichtung, persönlichen Gegenständen (z.B. Schmuck) oder sonstigen Wertsachen, die nicht in Natura geteilt werden können? Einigen sich die Erben nicht darüber, wer einen bestimmten Gegenstand bekommt, bleibt nur der freihändige Verkauf oder die Zwangsversteigerung, oft deutlich unter Wert. Von daher sollte sehr sorgfältig vom Erblasser geprüft werden, ob es nicht Sinn macht, Gegenstände konkreten Personen zuzuordnen, um damit (gerichtliche) Streitigkeiten zu vermeiden.

5. Steuerrecht

Das Erbschaftssteuerrecht ist hochkomplex und wird vom Gesetzgeber immer wieder geändert. Sofern das eigene Hab und Gut einen gewissen Wert übersteigt, sollte das eigene Testament immer auch die relevanten steuerlichen Aspekte berücksichtigen. Ein Fachanwalt für Steuerrecht verfügt in einer Person sowohl über die rechtlichen wie auch die steuerrechtlichen Fachkenntnisse, um über eine entsprechende Gestaltung des Testaments die Steuerlast möglichst gering zu halten.

6. Aufbewahrung

Manch ein Testament ist vom Erblasser so gut versteckt, dass dieses im Erbfall nicht gefunden wird oder "verschwindet", weil es dem Finder nicht gefällt, wie er dort (nicht) bedacht wurde. Deswegen ist eine gute Alternative die amtliche Verwahrung gegen eine Gebühr von 75 Euro beim Amtsgericht des Wohnortes. Erfährt das Gericht dann vom Tode, eröffnet es das Testament und benachrichtigt die darin Bedachten sowie die Pflichtteilsberechtigten.
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