Testlauf startet
"Fußball Bild" neu im geschäft

Matthias Brügelmann ist Stellvertreter der Bild-Chefredakteurin und Projektleiter der neuen täglichen Fußball-Zeitung. Zum Bundesliga-Start bringt das Medienhaus Axel Springer von heute an sechs Mal in der Woche "Fußball Bild" an die Kioske. Bild: dpa

Berlin. Schon oft haben deutsche Verlage Pläne für eine tägliche Sportzeitung gehegt - jetzt macht das Medienhaus Axel Springer damit Ernst: Zum Bundesliga-Start bringt der Konzern von heute an "Fußball Bild" an die Kioske. In einem ersten Testlauf soll das Blatt von Montag bis Samstag in einer Auflage von 60 000 Exemplaren in den Großräumen Stuttgart und München erscheinen - 24 Seiten für einen Euro.

Mit Panorama-Seite


Zuarbeiten sollen "Fußball Bild" die "Bild"-Sportredaktion und die zwölf regionalen Standorte des Blattes. Die Redaktion greift auf alle Plattformen von "Bild" zu und gestaltet daraus ein eigenes Angebot. Dazu sollen ein Kommentar auf der Titelseite gehören, die Panorama-Seite in der Mitte mit einem optischen Schwerpunkt und auf der letzten Seite ein historisches Stück.

Seit Jahren wachse die Fußballeuphorie in Deutschland, sagt Redaktionsleiter Matthias Brügelmann. Nun wolle man diesen Trend nutzen. Es sei schon immer der Traum der Redaktion gewesen, eine tägliche Sportzeitung zu gestalten, wie es sie in Spanien, Italien und Frankreich seit Jahrzehnten gibt.

Tatsächlich gehören "Marca", "La Gazzetta dello Sport" oder "L 'Equipe" für viele Sportfans in Europa zum Morgen-Espresso oder zur Fahrt in der Metro. Ob das neue Blatt an diese Erfolge knüpfen kann, dürfte die deutsche Medienszene mit Interesse beobachten. In Deutschland sieht Christoph Bertling, Medienwissenschaftler an der Kölner Sporthochschule, hohe Hürden für ein tägliches Sportblatt. ARD und ZDF seien ein fester Bestandteil des Systems Bundesliga.

Der Testlauf für die "Fußball Bild" soll nach der Hinrunde zu Ende sein. Danach wird entschieden, ob die Zeitung deutschlandweit vertrieben wird. Das vorläufige Erscheinungsgebiet mit 9000 Verkaufsstellen bilde ein ideales Testgebiet ab, sagt Managing Director Print Fank Mahlberg.
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