Thailänder trauern
Massenandrang im Palast

Auch diese Frau trauert um König Bhumibol. Bild: dpa

Bangkok. Tausende Thailänder sind am Wochenende zum Königspalast in Bangkok geströmt, um König Bhumibol die letzte Ehre zu erweisen. Die Behörden mussten wegen des großen Andrangs ihre Zugangsregelungen ändern.

Zehntausende in Schwarz gekleidete Menschen warteten am Samstag und Sonntag vor dem Palast. Viele trugen Porträts des verstorbenen Monarchen bei sich. Die Verwaltung hatte den Zugang auf zunächst auf 10 000 Menschen am Tag beschränkt, doch dies hatte sich als nicht durchführbar erwiesen. Die Trauernden wurden in Gruppen von je 70 Menschen zum Sarg vorgelassen.

Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag übernachteten Menschen in einem nahe gelegenen Park, um einen Platz zu ergattern, wie die Nachrichtenseite Spring News berichtete. Die Behörden beschlossen, den Palast schon ab 5 Uhr morgens (Ortszeit) und nicht wie ursprünglich geplant ab 8 Uhr für Trauernde zu öffnen, berichtete die "Bangkok Post".

100 Tage Rituale


Wie lange der im Land sehr verehrte König aufgebahrt bleibt und wann seine Einäscherung stattfinden soll, ist nicht bekannt. Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd betonte, es bleibe genug Zeit, nicht alle Trauernden sollten gleichzeitig zum Königspalast kommen. Die buddhistischen Rituale dauern allein 100 Tage. In den ersten 30 Tagen nach dem Tod des Monarchen sind zudem alle Feste untersagt.

Bhumibol war nach langer Krankheit am 13. Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war mehr als 70 Jahre König. Bhumibol hatte zwar auf dem Papier keine politische Macht, galt aber als Garant für die Einheit des Landes. Seit seinem Tod geht eine beispiellose Trauerwelle durch das Land, Millionen Menschen tragen Schwarz.

Die Behörden warnten vor ungebührlichem Verhalten. Einige Menschen seien unpassend gekleidet und würden Selfies vor dem Palast machen, kritisiert der stellvertretende Gouverneur von Bangkok, Amnuay Nimmano. "Das ist ein trauriger Anlass, zu dem Menschen herkommen, um die letzte Ehre zu erweisen, und keine Party, um Fotos zu machen und damit anzugeben."
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