Thies schwimmt los

Für Thies war am Freitag ein großer Tag. Der junge Seehund schwamm in die Freiheit. Das ist die Nordsee. Vorher lebte Thies in der Seehundstation Friedrichskoog.

Die liegt in Schleswig-Holstein. Dort werden Seehunde aufgepäppelt, die nach der Geburt ihre Mutter verloren haben.

Das passiert zum Beispiel, wenn es hohe Wellen im Meer gibt, erklärt Eva Baumgärtner von der Seehundstation. Oder wenn die Seehunde auf einer Sandbank von Menschen gestört werden. "Dann flüchten sie ins Wasser, weil es sehr scheue Tiere sind. Dabei kann es passieren, dass das Neugeborene der Mutter nicht so schnell folgen kann."

Durchgecheckt

In der Seehundstation kümmert man sich um die kleinen Seehunde. Aber irgendwann sollen sie ins Meer zurück. "Dafür müssen die Tiere mindestens 25 Kilogramm wiegen und gesund sein", sagt Eva Baumgärtner. Eine Tierärztin untersucht deswegen die jungen Seehunde. "Sie nimmt Blut ab, hört Herz und Lunge ab und guckt sich das Tier im Allgemeinen an." Wichtig ist, dass die Seehunde allein fressen. "Sie müssen sich gegen ihre Kumpels im Becken durchsetzen, selbstständig nach Fisch greifen und ihn runterschlucken."

Wenn alles stimmt, bringen die Leute von der Seehundstation die jungen Tiere bei Hochwasser mit einem Boot zurück ins Meer. Und zwar dorthin, wo man weiß, dass es Sandbänke gibt. Da können die Tiere sich ausruhen, wenn sie mögen.

Auch für Thies ging es am Freitag zurück. Mit einem Platsch landete er im Wasser, erzählt Tanja Rosenberger, die Leiterin der Seehundstation. "Wir wünschen ihm alles Gute." (dpa)
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