Tipps der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
Badeseen besser sichern

Jugendliche holen sich bei sommerlichen Temperaturen eine Abkühlung am im Wasser an der Sechs-Seen-Platte in Duisburg. Doch das Schwimmen in Badeseen ist nicht ungefährlich. Bild: dpa

In Badeseen und Binnengewässern passieren die meisten tödlichen Badeunfälle. Dennoch gibt es dort nur selten Rettungsschwimmer, klagt die DLRG. Statt um Verbotsschilder sollten Kommunen sich besser um eine Analyse der Gefahren und eine Überwachung kümmern.

Bad Nenndorf. Zur Verhinderung von Badeunfällen hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) von den Kommunen eine bessere Sicherung von Badeseen verlangt. Zuletzt starben ein zwei Jahre alter Bub in einem Teich in Schleswig-Holstein am Montag sowie ein 15-Jähriger in einem Badesee in Offenbach und ein 14-Jährigen in einem See bei Olching am Dienstag.

"Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen und die Kommunen können nicht einfach den Hausmeister schicken und ein "Baden verboten"-Schild aufstellen", sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese in Bad Nenndorf. Städte und Gemeinden müssten für die Badestellen in ihrem Bereich Gefahrenanalysen vornehmen und im Anschluss über das erforderliche Maß an Sicherung beraten. Gefahrenanalysen könnten helfen zu erfassen, wie viele Menschen welche Bereiche von Badeseen nutzen, ob es dort besondere Gefahren wie Strömungen oder Pflanzen gebe und zu welchen Zeiten eine Überwachung sinnvoll sei. In überschaubarem Maße könne die DLRG etwa an Wochenenden Rettungsschwimmer stellen.

Während die Nord- und Ostseeküste von Borkum bis Usedom während der Badesaison täglich von DLRG-Rettungsschwimmern überwacht werde, sei dies bei Binnengewässern nur selten der Fall. Dort aber verunglückten im letzten Jahr 80 Prozent der bundesweit 488 Ertrunkenen. Gefahrenanalysen könnten den Kommunen helfen, zu erfassen wie viele Menschen welche Bereiche von Badeseen nutzen, ob es dort besondere Gefahren wie Strömungen oder Pflanzen gebe und zu welchen Zeiten eine Überwachung sinnvoll sei, sagte Wiese. Wenn eine Kommune mit der DLRG einen Vertrag schließe, könnten Ehrenamtliche die Überwachung leisten und die Stadt sorge für die nötige Ausrüstung.


Gefahr in Baggerseen


Vor einem kalten Bad in Baggerseen, die noch von der Kies- und Sandindustrie genutzt werden, warnte der Bundesverband Mineralische Rohstoffe. "Es gibt genügend freigegebene Badeseen, die genutzt werden können", sagte Sprecherin Gabriela Schulz. Es sei hochgefährlich, in den noch genutzten Baggerseen zu schwimmen. So seien die Böschungen noch nicht verdichtet und abgeflacht und es könne jederzeit zum Abrutschen des Geländes kommen. "Sie sollten sich selbst zuliebe darauf verzichten, über Zäune zu klettern."

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www.onetz.de/badeseen-oberpfalz
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