Tragödie in Indonesien
Erdbeben fordert 97 Todesopfer

Helfer tragen ein Todesopfer in Pidie Jaya über die Trümmer. Bei einem Erdbeben in Indonesien sind ersten Angaben zufolge fast 100 Menschen ums Leben gekommen. Bild: dpa

Die Erde in Indonesien kommt nicht zur Ruhe. Nun erschüttert ein Beben der Stärke 6,4 die Region. Das Fatale diesmal: Der Erdbebenherd liegt nur knapp unter der Oberfläche.

Jakarta. Dutzende Tote, zerstörte Häuser, aufgerissene Straßen: Ein heftiges Erdbeben hat in Indonesien viele Menschen das Leben gekostet und schwere Verwüstungen angerichtet. Die Zahl der Todesopfer stieg nach dem Beben vor der Nordküste der Insel Sumatra am Mittwoch (Ortszeit) auf 97. Mindestens 300 Einwohner der leidgeprüften Provinz Aceh wurden verletzt, 73 von ihnen schwer, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Es sei zu befürchten, dass viele Einwohner noch unter den Trümmern eingeschlossen sind. Rettungskräfte suchten nach Überlebenden.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die deutsche Botschaft in Jakarta habe keine Hinweise darauf, dass sich Deutsche in der Region aufgehalten haben. Vollkommene Gewissheit gebe es jedoch noch nicht.

Beginn kurz nach 5 Uhr


Das Beben der Stärke 6,4 überraschte die rund 130 000 Einwohner um kurz nach 5 Uhr. Viele von ihnen bereiteten sich auf das Morgengebet vor. Anwohner berichteten, dass zahlreiche Menschen in Panik auf die Straße gerannt seien. Die Region war am zweiten Weihnachtstag 2004 von einem verheerenden Erdbeben mit Tsunami erschüttert worden. Damals starben dort rund 180 000 Menschen. Seitdem gab es zahlreiche weitere Beben. Anders als vor zwölf Jahren lag das Epizentrum des Bebens diesmal allerdings nicht vor der Westküste Sumatras, sondern in einer Bucht an der Nordküste. Tsunami-Gefahr bestand nicht. Im betroffenen Distrikt Pidie Jaya rund 100 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh leben mehr als 130 000 Menschen.

"Wir haben drei Bagger in die zerstörten Bezirke geschickt, die Betonwände heben können", sagte Katastrophenschutz-Chef Suyitno, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt. Mindestens 125 Wohnungen, 105 Geschäfte und 14 Moscheen seien zerstört.

Recht leichter Stoß


Fernsehsender zeigten zahlreiche eingestürzte Häuser und meterhohe Trümmerberge. Vor den Krankenhäusern leisteten Ärzte auf der Straße Erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi sagte. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude. Der Erdstoß war gemessen an früheren Katastrophen in der Region recht leicht. Der Erdbebenherd lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS allerdings nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche.

Das verheerende Beben 2004 hatte eine Stärke von 9,1. Die größte Zerstörung verursachten damals die meterhohen Tsunamiwellen. Rund um den Indischen Ozean kamen mehr als 230 000 Menschen um.
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