Traurige Erinnerung an die Zeit vor der Privatisierung

Streiks im öffentlichen Dienst:

Die Züge der DB fuhren in den 50er Jahren unter Dampf und die Bahn musste damals ohne digitale Technik und Automatisierung auskommen. Weltberühmt war die DB für ihre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Mit Fug und Recht konnte sich die DB den Spruch leisten: "Alle reden vom Wetter - wir nicht!" Woran lag es, dass sie meilenweit besser funktionierte als ihr heutiger privatisierter Nachfolger, die DB AG? Die Bahnbediensteten waren Beamte, nicht auf Gewinnmaximierung des Unternehmens und auf Börsengang, sondern auf Zuverlässigkeit und auf Dienst an der Allgemeinheit eingeschworene Diener des Staates, denen das Streiken verboten war.Und da stehen wir nun heute: Unbefristete Streiks in den Kitas, bei der Post und bei der Bahn. Angestellte privatisierter Unternehmen machen von ihrem im Grundgesetz verbrieften demokratischen Streikrecht auf dem Rücken der Bürger Gebrauch. Seit Jahrzehnten wird gegen den Beamtenstatus gewettert. Gehässige Stimmen kamen aus der Industrie, die massiv unter den Bahnstreiks leidet. Um das Beamtentum hat uns das Ausland bisher beneidet, weil es einen funktionierenden Staat gewährleistete. Die Privatisierung tut das nicht. Soll demnächst auch die Polizei privatisiert werden? Soll sie im Namen der "Gewinnmaximierung" womöglich nur noch ausrücken, wenn sich der Einsatz "lohnt"? Streikrecht für Soldaten? Hier streikt ja jetzt schon das Material (Transportflugzeuge Gewehr G 36, Gefechtshelme).

Bei der Bahn streiken nicht nur die Lokführer, sondern immer wieder die Technik. Klimaanlagen fallen aus, Türen lassen sich nicht öffnen. Verspätungen bei Fernzügen sind der Normalfall, und bei Fernreisen sind Platzreservierungen nach meinen Erfahrungen müßig.

Roland Gröger, 92660 Neustadt
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