Turnerbund hat soziale Verantwortung
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Klimmzüge beim Turnerbund" vom 15. September:

Was macht der Turnerbund mit seinen 11,6 Millionen Nettovermögen (400 000 Schulden bereits abgezogen), während ganz Deutschland bezahlbare Quartiere für Flüchtlinge sucht? Die größte globale Krise seit Menschengedenken nimmt ihren Lauf. Zuwachsraten und Wohlstand haben längst das Ende der Fahnenstange erreicht. Menschen - von Marketing-Gurus zu Konsummonstern manipuliert - sehen ohnmächtig zu, wie eine Minderheit habgieriger Konzerne, Banken und Politiker unseren wunderschönen Planeten ausbeuten, ohne zu merken, wie sie sich dabei auch ihr eigenes Grab schaufeln. Die Ursachen sind bekannt und die Folgen fatal. Zum Beispiel: endlose Flüchtlingsströme.

In Weiden haben mehr als 1000 junge Menschen kein Zuhause. Sie stammen aus zerstrittenen und geschiedenen Familien oder sind Migrationskinder mit schwieriger Zukunft. Ein Drittel landet in Langzeitarbeitslosigkeit, Psychiatrie, Bandenkriminalität, nimmt Drogen oder wechselt gar zu den IS-Kämpfern hinüber. Zwei Drittel der Bürger wollen keine Kinder mehr. Grund: Kinder sind zu teuer, es gibt keine bezahlbaren Wohnungen mehr, Psycho- und Leistungsstress in Schule und Beruf, sozialer Abstieg ... Die dümmste Ausrede der Politik für dringend notwendige Präventivmaßnahmen: "Kein Geld!" Aber 700 Milliarden für die Bankenrettung (2008) wurden in einer Woche hergezaubert.

Hoffnung am Horizont: Die junge "Generation Y" kommt und ist mit all dem nicht einverstanden. Eine riesige Welle der Aufklärung und Entrüstung macht sich breit. Wissenschaftler, Bestsellerautoren bis hin zum Papst und die guten Medien warnen pausenlos und bringen Lösungen für einen dringend notwendigen Paradigmenwechsel.

Und wie wird der Turnerbund Weiden in dieser Zeit seiner sozialen Verantwortung gerecht? Bisher zeigte der TB-Vorstand keinerlei Kompromissbereitschaft. Rigoros zählt für ihn nur Gewinnmaximierung. Wieder will man gut betuchten Investoren das Sahnestückchen am Hammerweg in den Rachen schieben. Mit ein wenig guten Willen gäbe es sicher gute Kompromisse beim Verkauf des TB-Geländes - Grundstückswert: rund 12 Millionen Euro - um allen gerecht zu werden: der Schuldentilgung, dem Bau von bezahlbaren Wohnungen und Zufluchtsstätten für Familien und Kinder, den Interessen der TB-Sportabteilungen und auch den Vorstellungen gewinnorientierter Investoren. Oder reiht sich der TB auch in die Phalanx von Habgier und Korruption ein?

Auch wenn ich derzeit beim TB nur Tennis spiele, bin ich ein Mensch und habe mit dem TB in meiner Jugend wunderschöne Jahre auch in anderen Abteilungen verbracht. Noch geht es den meisten von uns gut. Vor allem Vereine haben eine heilige Pflicht, Beispiel zu geben und ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden.

Liebe Turnerbundler und Mitbürger, erhebt euch, empört euch! Für Gerechtigkeit und für eine gute Zukunft unserer Kinder. Aber friedlich! Schreibt eure Meinung an den TB-Vorstand. Als Mitglieder haben wir ein Recht auf Information und Entscheidung über das, was mit unseren Millionen beim TB geschieht.

Werner ReichelWeiden

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