Unfall auf Tiroler Bergstraße
Fahranfängerin kracht in Reisebus

Ein Reisebus aus Augsburg rutschte am Freitag im Tiroler Zirl nach einer Kollision mit einem Pkw aus München zehn Meter über eine Böschung in die Tiefe. Die 29 Insassen kamen weitgehend mit dem Schrecken davon. Die beiden Frauen im Pkw mussten von der Feuerwehr befreit werden und erlitten schwere Verletzungen. Bild: dpa

Eine Fahranfängerin aus München kracht mit ihrem Auto auf einer Tiroler Bergstraße in einen Reisebus - sie und ihre Mutter sind schwer verletzt. Die Touristen aus Schwaben kommen glimpflich davon.

Augsburg/Zirl. Der genaue Hergang des Unglücks mit einem deutschen Reisebus in Tirol und zwei schwer verletzten Frauen am Zirler Berg bei Innsbruck ist der österreichischen Polizei zufolge auch am Sonntag noch unklar. Spuren auf dem Asphalt der viel befahrenen Verbindung von Österreich ins bayerische Mittenwald zeigten jedoch, dass die Fahranfängerin vor der scharfen Rechtskurve voll gebremst habe. "Dann kann man die Kurve nicht mehr kriegen", sagt ein Polizeisprecher. Die 18-Jährige und ihre Mutter gerieten auf die Gegenspur, wo das Auto der beiden mit dem Bus zusammenstieß.

Die Italienurlauber aus Schwaben im Bus kamen am Freitagabend weitgehend mit dem Schrecken davon - wohl auch, weil der Fahrer des Doppeldeckers umsichtig reagiert hat. Ein Ersatzbus brachte die 26 Reisegäste, eine Reiseleiterin und die beiden Busfahrer bereits in der Nacht zum Samstag zurück nach Deutschland, erklärte Geschäftsführer Philipp Hörmann von Hörmann Reisen.

Aus dem Wrack befreit


Den Bustouristen gehe es nach dem Zusammenstoß vom Freitagabend soweit gut. Auch der Busfahrer mache einen "gefassten Eindruck". Die 18 Jahre alte Fahrerin und ihre Mutter dagegen wurden durch den Zusammenstoß an den Beinen eingeklemmt und mussten aus dem Wrack geschnitten werden. Während es der Tochter schon besser gehe, gebe es "bezüglich der Mutter keine positiven Nachrichten", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. "Sie wird sicherlich in der nächsten Zeit nicht zum Unfall befragt werden können."

Der Bus rollte nach dem Zusammenprall auf der stark abschüssigen Straße rückwärts, stieß gegen drei weitere Autos und fuhr über den Fahrbahnrand hinaus über eine Böschung. "Da kann man sehen, welche Kräfte wirken", sagte der Notfallbeauftragte des RDA-Busverbands, Johannes Hübner, am Samstag. Dem 49 Jahre alten Busfahrer gelang es, sein Fahrzeug so an Bäume anzulegen, dass es weder umstürzte noch die Böschung komplett hinunterrutschte. Er habe so einen schlimmeren Unfall verhindert, so Hübner.

Hörmann sagte, der Busfahrer arbeite seit mehr als zehn Jahren in seinem Unternehmen. "Er ist ein Routinier auf der Straße." Nach dem Unfall habe er sich als erstes um die Gäste gekümmert. "Er hat mir gesagt: "Ich wollte nicht wie Kapitän Schettino als erster das Schiff verlassen." Francesco Schettino war der Schiffsführer beim Unfall des gekenterten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia. Dank des Einsatzes des Busfahrers hätten die Menschen das Fahrzeug weitgehend schon verlassen gehabt, als die Polizei anrückte, sagte Hörmann. Er selbst machte sich am Abend noch auf zum Unfallort.

Einige Reisende seien in einer Gaststätte versorgt worden, andere ins Krankenhaus gekommen. Das hätten sie aber noch am Abend verlassen können, so dass ein Ersatzbus alle in der Nacht zurückbrachte.

Umsichtiger Busfahrer


Die Reisenden im Alter von 40 bis 75 Jahren aus der Region Augsburg waren auf dem Rückweg aus dem italienischen Ort Abano Terme. Die Tour werde jede Woche gefahren. Änderungen am Fahrplan werde es nicht geben, sagte Hörmann. "Ich denke auch, der Busfahrer wird eine neue Tour diese Woche fahren, wenn er das möchte." Für Samstag sei er für eine geplante Fahrt ersetzt worden, um sich von dem Unfall zu erholen.
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