Unglück im Südtiroler Ahrntal
Lawine reißt sechs Tourengeher in den Tod

Unter schwierigen Bedingungen arbeiteten die Rettungsteams nach dem Abgang einer Lawine im Südtiroler Ahrntal, die sechs Skitourengeher getötet hatte. Eine Österreicherin wurde leicht verletzt, acht Wintersportler überlebten das Unglück ohne Blessuren. Bild: dpa

Bozen. Eine Lawine hat im Ahrntal in Südtirol sechs Skitourengeher in den Tod gerissen. Bei den Opfern handelt es sich um fünf Italiener aus der Region, davon eine Frau und ein 16-jähriger Jugendlicher, und einen 49-jährigen Österreicher. Eine Österreicherin sei leicht verletzt geborgen worden, sie stehe unter Schock, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Lawine hatte sich am Samstagvormittag unterhalb des Gipfels des Schneebigen Nock (italienisch: Monte Nevoso) gelöst, des mit 3358 Metern zweithöchsten Berges der Rieserfernergruppe. Zu diesem Zeitpunkt seien 15 Tourengeher in drei Gruppen bei blauem Himmel auf dem Weg zum Gipfel gewesen, hieß es. Eine erhöhte Lawinenwarnung habe es nicht gegeben. Die 150 Meter breite und 300 Meter lange Schneefront krachte plötzlich in Richtung Tal. Acht Wintersportler schafften es, an der Oberfläche zu bleiben, und überlebten das Unglück unverletzt, sieben wurden von den Schneemassen überrollt. Die Rettungsarbeiten seien sehr schwierig gewesen, erzählten Angehörige der Suchtrupps, die mit 100 Helfern sowie mit Helikoptern und Spürhunden im Einsatz waren. Die Verschütteten seien teilweise 100 Meter voneinander entfernt vom Schnee begraben worden, sagte Josef Auer, Chef der Bergrettung des Pustertals.

Auch die Höhe des Unglücksortes sei ein Problem gewesen. Die Helikopter seien mit minimalem Treibstoff gestartet, um auf mehr als 3000 Meter fliegen zu können. "Nur selten gibt es Einsätze von einem solchen Ausmaß", erklärte Rafael Kostner vom Bergrettungsdienst Aiut Alpin.
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