Unterwegs im Sella-Massiv
Spektakulärer geht's nimmer

Die Marmolada im Süden beherrscht die Kulisse im Alta Badia.

Spät in der Skisaison bekamen die Südalpen noch Schnee ab. In den vergangenen Wochen reihte sich ein Mittelmeertief an das andere, um südlich des Brenners endlich kräftig für "Naturschnee" zu sorgen. Am "technisch erzeugten" (Kunst-)Schnee hat es vom Beginn des Winters an nicht gemangelt.

Corvara. Gleichsam das "Sahnestück" des gigantischen Verbunds Dolomiti Superski erstreckt sich rund um das mächtige Sella-Massiv und den markanten Langkofel: zwischen dem höchsten Berg der Dolomiten, der (noch) vergletscherten Marmolada, im Süden und dem bizarren Heiligkreuzkofel im Norden. Die vier inkludierten Täler bringen es - zusammenhängend - auf rund 450 Pistenkilometer. Zahlen sind eine statistische Größe, die "erfahrbare" Kulisse das andere. Das Skiresort wirkt wie ein großartiges, spektakuläres Gemälde, für das die Sonne meist für eine einzigartige "Belichtung" sorgt.

Im 40. Jahr seines Bestehens hat der Zusammenschluss Dolomiti Superski die legendäre Sella-Ronda - die Umrundung des Sella-Massivs - noch schneller und bequemer gemacht. Wer einigermaßen tough auf den Skiern steht, der bewältigt die etwa 40 Kilometer lange Route gleich zweimal am Tag: gegen den Uhrzeigersinn (grün markiert) und mit dem Uhrzeigersinn (orange). Längst vorbei sind die Zeiten, als die Skifahrer einzelne Etappen zu Fuß, mit Taxi oder Bus zu bewältigen hatten und bei der Heimkehr der Abend schon dämmerte. Die wohl komfortabelste Verbesserung findet sich in Arabba. Durch den Ort mussten bisher täglich tausende Skifahrer - zum Teil durch kniehohen Sulz und über die Pass-Durchgangsstraße - stapfen, um den Anschluss-Lift (im und gegen den Uhrzeigersinn) zu erreichen. Auf einer Länge von 425 Metern verbindet seit dieser Saison ein automatischer 6er-Sessellift die Skigebiete Monte Burz und Portavescovo.

In der zentralen Talstation von Corvara bildete bislang ein betagter 4er-Sessellift das Nadelöhr hinauf zum Grödnerjoch und Edelweißtal. Die elend lange Warteschlangen gehören der Vergangenheit an. Ein leistungsfähiger 6er Sessellift entschärft auf 738 Meter Länge den neuralgischen "Zubringer". Rund 4 Millionen Euro kostete die Investition in die skifahrerische Moderne.

Der natürliche Schnee dient inzwischen vor allem dem stimmungsvollen Ambiente. Der aus tausenden "Kanonen" erzeugte "technische Schnee" sorgt für jene belastbare Grundlage, die Skifreuden bis in den April hinein garantiert: Unabhängig davon, ob Frau Holle gerade schmollt oder nicht. Nur nördlich des Brenners ähneln die Skipisten nachmittags zerpflügten Kraterlandschaften. Die Südtiroler sind längst in die Königsklasse der Pistenpräparierung aufgestiegen.

Immer stylischer und kulinarischer werden die Einkehrmöglichkeiten, denen der Begriff "Hütte" keinesfalls mehr gerecht wird. "Sciare con gusto" trifft es schon eher.
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