Unwetter über Deutschland
„Elvira“ bringt Gewitter mit

Gewitterstimmung herrscht über dem Kanzleramt in Berlin: Der Frühling endet in Europa mit Gewittern. Bild: dpa

Der Himmel soll wolkenlos gewesen sein, als der Blitz kam: Über 30 Menschen wurden zum Abpfiff eines Fußballspiels in Rheinland-Pfalz verletzt. Ein jähes Ende nahmen durch Gewitter auch eine Feier in Paris und eine Wandertour in Polen.

Hoppstädten/Paris. Unwetter-Dramen beim Kicken und Feiern: Blitzschläge in Deutschland und Frankreich haben am Wochenende mindestens 44 Menschen verletzt, vor allem Kinder. In Polen starb ein Wanderer im Gebirge. Die anderen Unglücke geschahen auf einem Fußballplatz in Rheinland-Pfalz und auf einer Geburtstagsparty in einem Pariser Park. Fast allen Verletzten ging es am Sonntag besser. Auch in der kommenden Woche soll Tief "Elvira" Gewitter, Schauer und Windböen bringen. Bei dem Blitzschlag in Hoppstädten wurden 33 Menschen verletzt, darunter 29 Kinder. Nach Angaben von Zeugen soll der Blitz buchstäblich aus heiterem Himmel gekommen sein, als das Spiel von zwei E-Jugend-Mannschaften gerade abgepfiffen wurde. Über die genaue Wetterlage gab es am Sonntag unterschiedliche Angaben.

Zu Boden geschleudert


"Einige Kinder wurden zu Boden geschleudert", sagte ein Augenzeuge. Sie hätten zum Teil über Herzschmerzen und Brechreiz geklagt. Am schwersten verletzt wurde laut Polizei ein 45 Jahre alter Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitt. Er wurde von Ersthelfern bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wiederbelebt. Zu den verletzten Erwachsenen gehören auch der Schiedsrichter und zwei weitere Männer. Viele Kinder wurden wegen Auffälligkeiten am Herzen vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei korrigierte in der Nacht die Verletztenzahl leicht nach unten. Bei dem Blitzeinschlag in Paris wurden elf Menschen verletzt, darunter acht Kinder zwischen 7 und 14 Jahren. Alle wurden ins Krankenhaus gebracht. Als Held wurde am Sonntag der Feuerwehrmann Pascal Gremillot gefeiert, der nach dem Unglück von Passanten zu Hilfe gerufen worden war. Er habe die Verletzten unter einem Baum gefunden und einem Kind, das einen Herzstillstand habe, bis zur Ankunft des Notarztes eine Herzmassage gegeben, sagte Gremillot französischen Medien.

In Südpolen wurde ein 40 Jahre alter Wanderer in einem Gebirge bei einem Blitzschlag getötet. Wie das Nachrichtenportal TVN24.pl berichtete, geriet der Mann im Gebirgsmassiv Babia Góra an der slowakischen Grenze in ein Gewitter.

Auch außerhalb von Rheinland-Pfalz richteten die Unwetter in Deutschland erhebliche Schäden an. Dicke Hagelkorn-Schichten mussten am Wochenende mancherorts mit Schneepflügen von Straßen geräumt werden. Eine Wanderin versank am Samstag in der Wutachschlucht im Hochschwarzwald bis zur Hüfte in einer Schlammlawine und wurde leicht verletzt. Erdmassen trafen am Samstag während eines Gewitters mehrere Häuser in einem hessischen Dorf. Eine Frau erlitt einen Schock und leichte Schnittverletzungen. Bereits am Freitag war ein Zug an der Mosel nach einem Erdrutsch entgleist. Niemand wurde verletzt.

Stabiles Hoch nicht in Sicht


Die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stimmt nicht optimistisch: "Ein stabiles Hoch mit Sommersonne ist nicht in Sicht", sagte am Sonntag DWD-Meteorologe Sebastian Schappert in Offenbach. Die schwüle Luft mit Schauer- und Gewitterneigung verlagert sich zum meteorologischen Sommeranfang am Mittwoch in den Osten und Norden. Bis Freitag könne es in der Nordhälfte Deutschlands gewittrig weitergehen. Einige Wettermodelle deuteten für das kommende Wochenende allenfalls auf ein kurzes Zwischenhoch hin.
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