Urteil gegen Weltfußballer
21 Monate Haft für Lionel Messi

Lionel Messi (vorne) und sein Vater Jorge Horacio verlassen nach dem Urteil das Gericht. Bild: dpa

Lionel Messi hat den zweiten Tiefschlag innerhalb von anderthalb Wochen einstecken müssen. Doch diesmal nicht auf dem Spielfeld, sondern vor Gericht. Das Urteil: 21 Monate Haft.

Barcelona. Wegen Steuerhinterziehung in Gesamthöhe von 4,1 Millionen Euro wurde der Weltfußballer des FC Barcelona zu 21 Monaten Haft verurteilt. Die Entscheidung des Landgerichts in Barcelona wurde am Mittwoch von spanischen Medien veröffentlicht. Nach der bitteren Niederlage im Finale der Copa América und seinem Rücktritt aus der argentinischen Nationalmannschaft war es die nächste Niederlage für Messi innerhalb kurzer Zeit.

Im Strafprozess bekam der mitangeklagte Vater und Manager des 29 Jahre alten Profis des FC Barcelona, Jorge Messi, dasselbe Strafmaß. Dass beide tatsächlich hinter Gitter müssen, gilt aber als unwahrscheinlich: Haftstrafen bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten normalerweise zur Bewährung ausgesetzt. Sohn und Vater Messi dürfen zudem noch Einspruch einlegen.

Verein zeigt sich empört


Reaktionen aus dem Messi-Clan gab es vorerst nicht. Sprecher des FC Barcelona sagten der Sportzeitung "Mundo Deportivo", man sei im Verein "empört". Das Urteil sei vor allem im Fall des Spielers zu hart. Es sei erwiesen, dass dieser sich nicht persönlich um seine Steuer- und Finanzangelegenheiten gekümmert habe. In einem Club-Statement hieß es, der Spieler trage "keine strafrechtliche Verantwortung". Der Verein stelle dem Spieler und auch seinem Vater jeden Beistand zur Verfügung.

Zwischen 2007 und 2009 soll Messi mit Hilfe von Vater Jorge und Beratern das spanische Finanzamt um 4,1 Millionen Euro betrogen haben. Es geht um Einnahmen aus Bildrechten. Bei seiner Aussage vor Gericht am 2. Juni hatte Messi versichert, "von nichts eine Ahnung" gehabt zu haben. "Ich habe meinem Vater vertraut", beteuerte er. Die Staatsanwaltschaft hatte dafür plädiert, das Verfahren gegen den Fußballer einzustellen. Entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft hatten die Anwälte des Finanzamts aber nicht nur für den Vater, sondern auch für den Fußballer 22 Monate Haft gefordert.

Vergleich mit Mafiaboss


Der Chefanwalt des Finanzamtes verglich Messi sogar mit einem Mafiaboss. Ähnlich wie ein "Capo" - ein Mafiapate - kenne Messi vielleicht nicht die Details des ihm vorgeworfenen Betrugs, "wohl aber das Ergebnis", hieß es. Damals war Messi bei seinem Eintreffen im Justizpalast von Barcelona von Schaulustigen beschimpft worden.
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