US-Armee stärkt die Wirtschaft

Die US-Armee und der Truppenübungsplatz sind einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in der Region. Auf 665,1 Millionen Euro beziffert die US-Armee den jährlichen "Economic-Impact", der in die Region fließt. Von A wie Arbeitsplätze bis W wie Wohnungen reichen die Wirtschaftsbereiche.

Grafenwöhr. Wie der Pressesprecher der US-Armee-Garnison Bavaria, Franz Zeilmann, mitteilt, sind in der Garnison, zu der die Standorte Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch zählen, aktuell etwa 9500 US-Soldaten stationiert und über 3000 deutsche Mitarbeiter beschäftigt.

2200 deutsche Arbeitnehmer

Alleine in Grafenwöhr und Vilseck, sind über 2200 deutsche Arbeitnehmer beschäftigt. Neben den fest angestellten Mitarbeitern beim US-Militär gibt es mehrere Hundert deutsche und amerikanische Arbeitsstellen bei zivilen Vertragsfirmen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr und anderen US-Standorten. Alleine der "Army & Air Force Exchange Service (AAFES)", Betreiber des Community-Shopping-Center und weiterer Verkaufsgeschäfte, beschäftigt etwa 390 deutsche Mitarbeiter, davon rund 340 in Grafenwöhr und Vilseck.

Ausbildungsprogramm

Aktuell legte die US-Armee ein neues Ausbildungsprogramm auf. Drei Auszubildenden im Handwerks- und Verwaltungsbereich und erstmals einem Studenten für Betriebswirtschaft im Dualen Studium gibt die Army eine Zukunftschance, um auch ihren Altersdurchschnitt bei den Beschäftigen zu senken. Von 1998 bis 2011 lief das alte Programm, bei dem 79 Lehrlinge die Ausbildung abgeschlossen haben; 73 davon wurden von der US-Armee weiterbeschäftigt. Sie sind in Handwerks- und Servicebereichen eingesetzt.

172 Millionen Euro pro Jahr

Die Lohn- und Gehaltszahlungen für die deutschen Arbeitnehmer belaufen sich nach den Zahlen vom Oktober 2013 auf jährlich 172 Millionen Euro. Die Zahlungen erfolgen vollständig aus Mitteln des US-Verteidigungshaushalts, betont die Pressestelle. Bis zum Ende des Kalten Krieges hatte die US-Armee (US-Heer) etwa 260 000 Soldaten in Europa stationiert, davon den größten Teil in Deutschland. Derzeit beträgt die Truppenstärke der US-Armee (ohne Luftwaffe und Marine) in Europa etwa 30 000 Soldaten. Der Schwerpunkt der Stationierung liegt in Bayern mit 9600 US-Soldaten. Alleine zum Standort Grafenwöhr zählt man etwa 12 000 US-Amerikaner - Soldaten und Zivilangestellte mit deren Familien.

Private Ausgaben

Nur geschätzt werden können die privaten Ausgaben der US-Soldaten und Familien in der US-Armee-Garnison Bavaria. 54,6 Millionen Euro werden auf den Banken in den Kasernen in Euro eingewechselt. Die Ausgaben mit Kreditkarten sind nicht mit einberechnet. In Grafenwöhr und in den anderen US-Standorten ist die Geschäftswelt zweisprachig ausgelegt. Trotz einer eigenen Versorgung in der Kaserne profitieren Souvenirgeschäfte, Lebensmittel, Bekleidungsgeschäfte, Friseure, Taxiunternehmer und andere Dienstleister.

Alleine 60 Busse deutscher Unternehmer bringen täglich die amerikanischen Schulkinder zu den Schulen in Grafenwöhr, auf dem Netzaberg, in Vilseck und Hohenfels und fahren sie nach Unterrichtsende wieder nach Hause. Die Gastronomie und das Hotelgewerbe florieren, Amerikaner lieben die bayerische Gastlichkeit und die internationale Küche. Autoverkäufer sorgen vor den Kasernentoren mit US-Versionen der verschiedensten Marken für die Mobilität der Soldaten und ihrer Familien.

Nicht eingeschlossen in den genannten Zahlen sind die Ausgaben der täglich mehreren Hundert Besucher, die dienstlich auf den Truppenübungsplätzen zu tun haben und dann oft in den lokalen Hotels und Pensionen wohnen, in den Restaurants und Gaststätten essen und die deutsche Infrastruktur mitnutzen.

Baumaßnahmen und Aufträge

327,6 Millionen Euro betrugen die jährlichen Ausgaben für Bauaufträge, Instandhaltungsmaßnahmen, Serviceleistungen und die medizinische Versorgung in der Garnison. Dies sind in erster Linie Ausgaben für die laufenden Verträge und auch besondere Baumaßnahmen wie beispielsweise der derzeit in Grafenwöhr laufende Bau von "Townhouses". Für 29,6 Millionen Dollar entsteht ein Wohngebiet mit 26 Doppelhäusern für US-Soldaten und deren Familien. Weitere Baumaßnahmen der US-Armee sind aktuell die "Netzaberg Chapel" (16 Millionen Dollar) und Wohnhäuser im Südlager Vilseck (12,8 Millionen Dollar). Generalunternehmer sind dabei Oberpfälzer Firmen wie Einhäupl aus Vilseck oder Mickan aus Amberg.

Wohnungen und Mieten

111 Millionen Euro sind Miet- und andere Aufwendungen für den Unterhalt von angemieteten Häusern und Wohnungen. Derzeit leben zirka 18 500 amerikanische Soldaten und Zivilisten "off-post," das heißt nicht auf dem Kasernengelände. Die neugebaute Netzaberg Housing Area mit 830 Wohnungen ist nahezu voll belegt. Die US-Armee Garnison Bavaria verwaltet etwa 3500 fest und langfristig angemietete Wohnungen, entweder im Kasernengelände oder in meist für zehn Jahre angemieteten Wohnungen außerhalb des Militärgeländes. Zusätzlich werden durchschnittlich etwa 2000 Wohnungen auf dem privaten Wohnungsmarkt kurzfristig angemietet.
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