Verbrauchsorientierte Berechnung
Briefe an die Redaktion

Ein weiterer Leser aus Mitterteich bringt sich in die Diskussion über die Umlage der Kosten für die Sanierung der Wasserversorgung ein:

Ein Wasserversorgungsnetz, welches alle Einwohner der Stadt Mitterteich mit dem kostbaren Gut Trinkwasser in hervorragender Qualität versorgt, ist unentbehrlich. Deshalb ist eine Investition von circa 5,4 Millionen Euro notwendig und wohl auch berechtigt.

Doch welchen Sinn macht eine Gebührenberechnung anhand von Grundstücks- und Geschossflächen? Verbrauchen denn nur Haus- und Grundstücksbesitzer Wasser? Sicher nicht. Jeder Einwohner von Mitterteich bezieht eine gewisse Menge Wasser. Gerade dies sollte in der Aufteilung und Berechnung der Gebühren berücksichtigt werden, damit zum sparsamen und umweltbewussten Umgang mit Wasser angeregt wird. Eine verbrauchsorientierte Berechnung wäre somit unumgänglich und auch gerecht.

Die Kosten würden sich auf alle Verbraucher aufteilen, was die Belastung eines Einzelnen geringer halten würde. Aus rechtlicher Sicht wäre dies durchführbar, da eine Berechnung nach dem Kommunalabgabengesetz nicht zwingend erforderlich ist.

Bei der Bürgerversammlung kam ein Vorschlag eines Bürgers, der meiner Meinung nach viel zu schnell abgeschmettert wurde, aber eine durchaus gerechte, verbrauchsorientierte Berechnung aufweist. Hier noch einmal kurz erläutert:

Die Stadt Mitterteich hat eine jährliche Abgabemenge von circa 500 000 Kubikmetern Wasser. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 5,4 Millionen Euro. Daraus errechnet sich ein Betrag von circa 10,80 Euro pro Kubikmeter Wasser. Nun könnte beispielsweise von jedem Wasserabnehmer der Durchschnittverbrauch der letzten drei Jahre ermittelt werden. Dieser Jahresverbrauch multipliziert mit 10,80 Euro ergäbe den zu bezahlenden Betrag.

Beispiele: Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern leistet einen Betrag von 1296 Euro, der Verbrauch einer Rentnerin von 50 Kubikmetern ergäbe einen Betrag von 540 Euro - und das unabhängig von Wohn- bzw. Grundstücksfläche.

So würde jeder Einwohner anteilsmäßig für seinen Verbrauch bezahlen und könnte sich seinen Anteil leicht selbst errechnen. Die Gebühr müsste einmalig bezahlt werden, der zukünftige Preis pro Kubikmeter Wasser bräuchte nicht erhöht werden, was jedem Bürger langfristig zu Gute kommen würde. Der Investitionsbetrag würde zeitnah eingenommen werden, die bereits angedachte Ratenzahlung über zwei oder drei Jahre könnte beibehalten werden.

Ein Leserbrief in der Tagespresse sowie mehrere Wortmeldungen in der Bürgerversammlung spiegeln die Meinung einiger Bürger wieder, die nicht überwiegend die Grundstücks- und Geschossflächen als Berechnungsgrundlage befürworten.

Für mich stellt sich auch noch die Frage, was der Grund für die Bürgerversammlung war? Wollte man der Meinung der Einwohner offenes Gehör schenken und etwaige Vorschläge mit umsetzen oder die Bürger über ein bereits fast beschlossenes Konzept informieren?

Im Sinne aller Bürger von Mitterteich sollte eine gerechte, für alle Einwohner langfristig kostengünstige und akzeptable Kostenaufteilung angestrebt werden. Abschließend ein englisches Sprichwort: "Die Menschen, nicht die Häuser, machen die Stadt."

Andreas DudaMitterteich

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.