Verbrecher, die Häuser anzünden
Flüchtlinge: Aufgaben und neue Chancen

Zum Kommentar "Ausländer-Hass: Auch ein Erbe der sozialistischen Diktatur" und den Leserbrief darauf:

An Dreistigkeit nicht zu überbieten? Eine Dreistigkeit stellt nur der Leserbrief dar. Wir reden von heute: Wo ist die Ausländerfreundlichkeit? Wie bezeichnet die Verfasserin des Leserbriefs Verbrecher, die zum Teil bewohnte Häuser anzünden? Was hält sie von Menschen, die gemeinsam mit solchen Verbrechern vor Asylbewerber-Unterkünften demonstrieren und Bundeskanzlerin, Vizekanzler und Bundespräsidenten aufs Übelste beschimpfen? Hat man so was schon mal im Westen gehört, außer von Nazis? Sind der Schreiberin Solidarität, Solidaritätsbeitrag ein Begriff?

War es nicht gerade in der ehemaligen DDR wichtig, dass alle Menschen Brüder sind? Haben nicht Erich Honecker und viele andere Volksverräter in Südamerika oder sonst wo Asyl bekommen? Warum zeigt die Verfasserin des Leserbriefs nicht selbst eine "klare Kante" gegen Rechts? Warum benutzt sie für ihren Brief die aus ihrer Sicht sogenannte "Lügenpresse"? Sagt ihr der Begriff Nächstenliebe etwas? Ich hoffe, sie ist noch zu jung, dass sie die Wende miterlebt hat. Damals gab es in der Bundesrepublik Millionen von sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen, auch wegen ein paar Mark Begrüßungsgeld. Vielleicht gibt es in Hundert Jahren ja mal ein Museum für Flüchtlinge von 2015, mit zugeschweißten Lastwägen, mit überfüllten Schlauchbooten.

Josef Bodensteiner, 92526 Oberviechtach

Auch Oberpfalz ein Auswanderungsland

Bei den momentanen Auswandererwellen sollte nicht vergessen werden, dass im 19. Jahrhundert auch die Menschen in der Oberpfalz zur Auswanderung gezwungen waren. Die Überbevölkerung führte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Notzeit. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die Auswanderung nach Amerika ein. Die Regierung versuchte dies zu verhindern, indem sie die Verleitung zur Auswanderung unter Strafe stellte. Vom Beginn des vorigen Jahrhunderts an wanderten die Oberpfälzer aus, z. B. aus den Landkreisen Cham und Kötzting von 1876 bis 1933 über 30 000 Menschen. Im Landkreis Vohenstrauß betrug der Wanderungsverlust von 1861 bis 1937 rund 20 000 Menschen.

Die Auswanderungswelle erfasste die Oberpfalz 1840. Obwohl die Anfahrt zu den Auswanderer-Häfen Bremen und Hamburg und die wochenlange Überfahrt mit dem Schiff ungeheuere Strapazen darstellten, haben die Oberpfälzer in ihrer Existenznot die Gefahren auf sich genommen. Teilweise mussten die Einwanderer jahrelang in Nordamerika in Erdhöhlen hausen, bevor sie sich mühselig eine Existenz aufbauen konnten. Viele kamen völlig mittellos zurück. Erschütternde Berichte erreichten die Heimat.

Georg Kick, 92637 Rothenstadt

Deutschland kein Einwanderungsland

Obwohl am Balkan kein Krieg herrscht und sich in der Menschenrechtslage nichts zum Schlechteren verändert hat, nehmen die Flüchtlinge von dort sprunghaft zu. Offensichtlich haben wir Deutschen etwas, was begehrenswert ist, eine Lebensform, eine öffentliche Ordnung, was man gemeinhin Staat nennt. Die "Deutschen Tugenden" wie Fleiß, Ehrlichkeit, Initiative u. a. haben den Wiederaufbau ermöglicht. Sie könnten es auch am Balkan oder in Afrika. Ich meine nicht, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll, aber offensichtlich sind die Ergebnisse des deutschen Wesens sehr erwünscht.

Deutschland ist kein Einwanderungsland. Es kann nicht sinnvoll sein, dünn besiedelte Gebiete der Erde noch weiter zu entvölkern und stattdessen die eh schon dicht besiedelten Gebiete weiter zu übervölkern. Die Idee, dass man die Ursachen der Völkerwanderung beseitigen muss, ist prinzipiell richtig, nur ist die Praxis der Scheckbuchdiplomatie absolut ungeeignet: Das Geld versickert in den Taschen korrupter Politiker. Eine Lösung könnte wie folgt aussehen: Asyl für echte Verfolgte; Wirtschaftsflüchtlinge ab 16 Jahren bekommen eine Ausbildung in einem Beruf, parallel dazu in Abendschulen Bildung in Sachen Menschenrechte und Politik/Sozialkunde. Und dann werden sie in ihr Herkunftsland zurückgeschickt, damit sie die Verhältnisse so ändern, dass sie dort für sie wieder lebenswert sind. Das wäre Hilfe zur Selbsthilfe. Wir können andere Länder nicht ändern, das kann nur die Bevölkerung selbst. Für so eine Lösung müsste man andere europäische Länder gewinnen, damit Deutschland nicht die Last alleine tragen muss. Man nähme mit so einer Lösung auch den Neonazis den Wind aus den Segeln.

Michael Bartl, 92280 Kastl

Probleme unter Teppich gekehrt

Die Berichterstattung zu den Flüchtlingsströmen erinnert mich immer mehr an eine Dauerwerbesendung. Probleme werden in politisch korrekter Manier unter den Teppich gekehrt. Wer sachlich Fragen stellt und nicht mit jedem Detail einverstanden ist, wird mit der Rassismus- und Nazikeule zum Schweigen gebracht. Noch vor wenigen Monaten überschlugen sich die Meldungen zu einer neuen Terrorgefahr. Heute ist davon nichts mehr zu hören; stattdessen bekommt der Bürger "am Rande" mit, dass unzählige Asylbewerber zu Beginn ihrer beschwerlichen Reise nach Europa zwar das Smartphone, nicht aber irgendwelche Ausweispapiere einstecken konnten und hier trotzdem Einlass finden. Wie und mit welchen neuen Abgaben sollen jährlich 10 Milliarden Euro für die Finanzierung von Asylbewerbern aufgebracht werden? Wann kommt der Flüchtlings-Soli? Ist es unseren Sozialsystemen zumutbar, dass anerkannte, in Mehrfach-Ehe lebende Asylbewerber ihre 3 Ehefrauen nebst deren Kindern nachholen und so beispielsweise 15 Personen auf einmal zu versorgen sind?

Ich bin seit 16 Jahren mit einer dunkelhäutigen, aus der Karibik stammenden Frau verheiratet. Dadurch konnte ich auch viele Freundschaften in ihrem Herkunftsland schließen; in vielen Familien habe ich als "Ausländer" Familienanschluss und mit all diesen Menschen ein hervorragendes Einvernehmen. Rassismus und Ausländerfeindlichkeit sind mir so fern wie die Möglichkeiten eines Eisbären, vor Hawaii mit einem Surfbrett durch die Wellen zu reiten.

Wolfgang Kunzmann,92253 Schnaittenbach
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