Verdacht auf Asbest

(dpa/tmn) Noch immer sind in vielen Gebäuden Baustoffe mit Asbestfasern erhalten - ohne, dass die Bewohner das wissen. In rund einem Viertel der vor 1995 errichteten Gebäude seien noch belastete Spachtelmassen oder Fliesenkleber zu finden, berichten der Gesamtverband Schadstoffsanierung und der Verein Deutscher Ingenieure von entsprechenden Prüfungen.

Überwiegend wurden asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber ab 1960 und bis in die 80er Jahre hinein verarbeitet. Wer Bauarbeiten nach dem Verwendungsverbot 1993 in Auftrag gegeben hat, muss eigentlich nicht mehr mit der Belastung seines Gebäudes rechnen. Doch Lagerware wurde noch länger verwendet. Asbest kann grundsätzlich auch in Dachplatten, Fassadenelementen, Brandschutzwänden, Installationskanälen und Fußbodenbelägen stecken.

Solange die Asbestteile intakt sind, stellen sie keine Gesundheitsgefahr für die Bewohner dar. Beschädigtes Material aber gibt Fasern an die Raumluft ab, die eingeatmet werden. Auch bei einer Sanierung, einfachen Instandsetzungsarbeiten wie dem Tapezieren oder dem Abbruch des Hauses wird Material freigesetzt. Es kann Krebs auslösen. Der Gesamtverband verweist auf Zahlen der Bundesregierung, wonach pro Jahr mehr als 1500 Menschen an einer asbestbedingten Erkrankung sterben. Asbest muss von Spezialfirmen entsorgt werden.
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