Vier Tote bei Unglück
Tod auf der Wildwasserbahn

Bis zu sechs Gäste haben auf dem überdimensionalen Reifen Platz, der durch Kanäle mit reißendem Wasser getrieben wird. Er wurde zur tödlichen Falle. Bild: dpa

Es soll ein ausgelassener Ausflug werden. Doch der Spaß auf einer Wildwasserbahn in einem Freizeitpark in Australien wird zur tödlichen Katastrophe.

Sydney. Ein tödlicher Unfall auf einer Wildwasserbahn in einem Vergnügungspark in Australien hat Entsetzen ausgelöst. Vier Menschen kamen am Dienstag an der Attraktion "Thunder River Rapids Ride" im Park Dreamworld ums Leben, wie die Polizei berichtete. Ihr Gefährt war aus zunächst ungeklärter Ursache umgekippt. Zwei der Opfer wurden hinausgeschleudert, zwei weitere eingeklemmt, berichtete der Rettungsdienst. Es handele sich um zwei Frauen und zwei Männer zwischen 32 und 42 Jahren. Für alle sei jede Hilfe zu spät gekommen.

Der Unfall sei von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden, sagte Polizeiinspektor Tod Reid am Abend. Das Material werde zusammen mit Zeugenaussagen ausgewertet. Nähere Angaben machte er nicht.

"Alle haben geschrien"


"Alle haben geschrien", berichtete Lia Capes dem Sender ABC. Sie wollte sich gerade zu einer Fahrt in der Wildwasserbahn anstellen, als ihr die Leute entgegenrannten. "Einer sagte mir, es sei genau das Gefährt vor ihm gewesen, das ganze Ding sei umgekippt."

Beim "Thunder River Rapids Ride" sitzen jeweils bis zu sechs Gäste angeschnallt auf Sesseln auf einem überdimensionalen Reifen, der durch Kanäle mit reißendem Wasser getrieben wird. Die Gefährte können dabei mit "bis zu 45 Kilometer durch turbulente Stromschnellen sausen", wie es auf der Webseite von Dreamworld heißt. Der Park liegt in der Touristenregion Goldküste im Nordosten Australiens.

Nach ersten Ermittlungen passierte der Unfall auf einem Transportband, das die Reifen in die Höhe zieht. Das Wasser habe einen Reifen gegen den anderen gedrückt, und einer von beiden sei dabei umgekippt, berichtete der Sender ABC. Die Polizei war am späten Abend immer noch im Einsatz, um Spuren zu sichern, wie Reid sagte. "Es ist eine komplexe Bergungsaktion, man braucht schweres Gerät, das dauert Stunden", sagte er vor der Presse. Die Wildwasserbahn ist seit 1986 in Betrieb und für Familien empfohlen. Kinder ab zwei Jahren dürfen mitfahren. Sie gehört nicht zu den Attraktionen mit Extra-Nervenkitzel wie der 120 Meter hohe "Turm Giant" Drop, bei dem Gäste etwas wie den freien Fall erleben.

"Wir sind schockiert und tief traurig über diesen tragischen Zwischenfall", sagte der Chef des Vergnügungsparks Dreamworld, Craig Davidson. "Wir sind in Gedanken bei den betroffenen Familien und ihren Angehörigen." Regierungschef Malcolm Turnbull verlangte eine eingehende Untersuchung. Dreamworld vermarktet sich als größter Vergnügungspark der Region. Er existiert seit 1981 und bietet mehr als 40 Achterbahnen und andere Attraktionen. Jedes Jahr besuchen ihn 1,8 Millionen Gäste.

Nicht der erste Unfall


Im April war ein Dreamworld-Besucher an einer anderen Attraktion fast ertrunken. Im Seaworld-Park, nicht weit entfernt, mussten im September mehrere Menschen aus einer Achterbahn befreit werden, die mitten auf der Strecke stehengeblieben war. Der schlimmste Unfall in einem Vergnügungspark in Australien passierte 1979: Ein Wagen fing in einer Geisterbahn Feuer - sechs Kinder sowie ein Erwachsener kamen um.
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