VierStädtedreieck setzt auf interkommunale Zusammenarbeit
Kräfte bündeln

Grafenwöhr. (rgr) "Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt." An dem Zitat von Mahatma Gandhi sollen sich die Bürgermeister orientieren: "Die Zusammenarbeit der Kommunen ist Chefsache", beschreibt Thomas Gollwitzer die Aufgabe bei der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE).

"ILE ist nichts zum Delegieren. Leben Sie das", fordert Thomas Gollwitzer, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, auf. Beim Anerkennungstermin in Grafenwöhr überreichte er die Urkunden zur Aufnahme in das Bayerische Programm an Edgar Knobloch (Grafenwöhr), Peter Lehr (Eschenbach), Albert Nickl (Speinshart), Jürgen Kürzinger (Kirchenthumbach), Gerhard Löckler (Schlammersdorf), Werner Roder (Vorbach), Wolfgang Haberberger (Neustadt am Kulm), Carmen Pepiuk (Trabitz), Werner Walberer (Pressath) und Thorsten Hallmann (Schwarzenbach).

Die ILE ist eine Strategie zur eigenständigen Entwicklung der Region. Es gehe um ein Zusammenwachsen und daraus resultierend um ein "zusammen Wachsen". Viele Herausforderungen der Zukunft könnten im Gemeindeverbund effizienter und kostengünstiger gelöst werden. "Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz betreut aktuell 15 interkommunale Zusammenschlüsse, davon drei in Vorbereitung, mit weit über Hundert Kommunen", informierte Gollwitzer.

"Seit 2006 kooperieren Ihre zehn Kommunen, die sich gegenseitig ergänzen", sagte Gollwitzer. Den Werdegang der ILE im Kooperation Vierstädtedreieck führte Knobloch aus. Seit den 1990er Jahren gebe es eine Zusammenarbeit in Bereichen der Musikschule und des Gründerzentrums. 2005 wurde die Management- und Entwicklungsgesellschaft gegründet und seit 2007 läuft das Leader-Projekt.

Als weitere Projekte nannte Knobloch unter anderem den Freizeitsee Dießfurt, den Aussichtsturm bei Kirchenthumbach, die Schönbergbühne und das Radwegekonzept. Eine wichtige Rolle spiele auch das Zusammenleben mit den Angehörigen der US-Streitkräfte.

"Pro Jahr geben die Amerikaner rund 51 Millionen Euro für privaten Konsum aus", weiß Knobloch. Außerdem solle die PEGA revitalisiert werden, mit der Hochschule zusammengearbeitet und das Handwerk gefördert werden.

Ein Thema sei auch ein Klimaschutzbeauftragter. Werner Roder befasste sich mit dem demografischen Wandel. Hier wird man sich mit der medizinischen Versorgung sowie mit der Kooperation im Schulbereich, auch in den Grundschulen und bei der Bau- und Siedlungsentwicklung auseinandersetzen. "Außerdem wird unsere Region Migranten und Flüchtlinge aufnehmen müssen", so Roder. Peter Lehr sprach die weiten Wege bei der ärztlichen Versorgung beziehungsweise die Krankenhaus-Problematik an. Wichtig seien auch der Breitbandausbau, das Kernwegnetz und die Wasserversorgung.

"24 677 Einwohner wohnen in einer liebenswerten Region", betonte Wolfgang Haberberger. Es sollten hier weitere Punkte vernetzt werden, beispielsweise Themen-Rad-Wanderwege, Stützpunkte für Ladestationen für E-Bikes, Lückenschlüsse beim Radwegnetz. Als Clou bezeichnete er eine erfahrbare dezentrale Gartenschau im Vierstädtedreieck (Rosengarten Speinshart/Steingarten Neustadt).
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