Volkswagen packt einen Dreizylinder unter die Haube des Golfs
Sparsamer Leisetreter

Der neue Golf TSI Blue Motion mit drei Zylindern ist mit einem Verbrauch von 4,3 Liter der sparsamste Golf mit Otto-Motor. Bild: VW
Wo bei Volkswagen "Blue Motion" drauf steht, steckt grüne Technik drin. Jetzt ziehen sich die Wolfsburger mal wieder die weiße Weste des Saubermanns an und packen einen Dreizylinder unter die Haube des Golfs. Und der glänzt auch gleich mit Bestwerten: 4,3 Liter Verbrauch und 99 Gramm CO2 - das sind gewöhnlich Dieselwerte.

Hier aber werkelt ein formidables Otto-Aggregat. Der Einliter-Turbo ist zwar ein sparsamer, aber beileibe kein Spar-Motor. Sprich: Der Verzicht auf den vierten Zylinder bringt kein Minus im Fahrspaß. Ganz im Gegenteil. Der TSI spricht extrem gut an, ist unten raus richtig lebhaft und temperamentvoll und klingt ungemein sportiv. Und er ist auf Strecke so was von leise, dass wir auf der ersten Kennenlernfahrt das Radio ausgeschaltet haben, um zu hören, ob nicht die Musik die Geräusche übertönt. Tut sie nicht. Den Entwicklern ist da ein echt guter Wurf gelungen. Davon profitieren wird auch der Caddy und in absehbarer Zeit vielleicht auch noch der Tiguan.

Die 105 PS haben mit den 1,2 Tonnen Leergewicht keine Probleme. Noch aussagekräftiger ist allerdings das maximale Drehmoment. 200 Newtonmeter stemmen sich da auf die Kurbelwelle. Mit den Daten bewegt sich der TSI ganz oben im Wettbewerb. In 9,7 Sekunden erledigt der Sparmeister den Standardsprint, bei 204 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht, egal, ob nun mit der Sechsgang-Handschaltung oder Siebengang-DSG. Und in Sachen Elastizität zwischen 80 und 120 km/h nimmt der Leisetreter dem 1,2-l-Vierzylinder mit 110 PS glatt zwei Sekunden ab

Nicht nur das um 10 auf 89 Kilo abgespeckte Triebwerk ist dafür verantwortlich, VW hat auch aereodynamische Feinarbeit geleistet, die Karosserie um 15 Millimeter abgesenkt, ein nahezu geschlossener oberer Motorkühllufteinlass und eine bedarfsgerecht öffnende Kühlerjalousie.

Der Einliter-TSI ist zwar sparsamer als der vergleichbare 1,2-Liter, aber nicht billiger. Mit 1075 Euro Aufpreis bezahlt der Kunde sein gutes Umweltgewissen. Da darf er nicht unbedingt mit spitzem Bleistift rechnen. Der gute halbe Liter weniger im Verbrauch macht sich erst bei weit über 100 000 Kilometer Fahrleistung wieder bezahlt.
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