Vollbeschäftigter Landkreis

Für den neuen Neumarkter Landrat Willibald Gailler sind die Bürger ein wichtiger Standortfaktor.

Am 16. März wurde Willibald Gailler, der langjährige Freystädter Bürgermeister, zum neuen Landrat im Landkreis Neumarkt gewählt. Bildung und Wirtschaftsförderung gehören zu den Themen, auf die er während seiner Amtszeit besonderes Augenmerk legen will.

Wie bewerten Sie die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Neumarkt in den letzten Jahren?

Willibald Gailler : Die Entwicklung ist sehr gut, was die jüngst veröffentlichen Arbeitslosenzahlen belegen. Im September 2014 war die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent - ein noch besserer Wert als 2013. Wir können hier also von Vollbeschäftigung sprechen. Erst kürzlich habe ich wieder eine Statistik erhalten, die ich wirklich beeindruckend finde: Wir haben rund 1400 Handwerksbetriebe im Landkreis, die 14 000 Menschen beschäftigen und etwa 2,3 Milliarden Euro Jahresumsatz machen.

Was tut der Landkreis, um den Wirtschaftsstandort zu stärken?

Gailler : Wichtig ist, dass die Gemeinden Gewerbegebiete ausweisen und dass die Infrastruktur ausgebaut wird. Ich bin sehr zufrieden, aber wir dürfen nicht stehen bleiben, die wirtschaftliche Entwicklung ist kein Selbstläufer. Wichtig ist es zudem, den Ausbau des Breitbandnetzes voranzutreiben.

Zudem gibt es in punkto Straßennetz im Grunde permanenten Handlungsbedarf. Ebenso in Sachen ÖPNV-Angebot! Wir wollen das Rufbussystem weiter ausbauen und wir wollen, dass auf Sicht der Ausbau der S-Bahn von Nürnberg bis Parsberg vorangetrieben wird.

Woher rührt diese Stärke?

Gailler : Ich glaube, dass hier im Landkreis Menschen leben und arbeiten, die sehr leistungsbereit sind und sich mit dem Standort identifizieren. Wir sind bodenständig geprägt, kommen aus dem Bereich der Landwirtschaft und bringen daher viele für den ländlichen Raum typische Stärken mit. Die Menschen hier nehmen lange Fahrtzeiten auf sich, um einer Tätigkeit nachzugehen. Und sie sind bei aller Verwurzelung bereit, Firmen, die deutschland-, europa- oder weltweit tätig sind flexibel zu begleiten.

Ein weiterer Aspekt ist die gute geographische Lage mit der guten Verkehrsanbindung. Wichtig ist, dass die Leistungsfähigkeit der Gemeinden erhalten bleibt. Wir haben seinerzeit im Zuge der Gebietsreform geeignete Strukturen geschaffen und müssen den Gemeinden auch weiterhin finanziell Luft lassen, damit sie ihren vielfältigen Aufgaben in der Fläche nachkommen können. Mit unserer Kreisumlage von 39,5 Prozent haben wir die günstigste in ganz Bayern und tragen dieser Anforderung damit gut Rechnung.

Welche Bedeutung haben die angrenzenden Wirtschaftsräume für den Landkreis Neumarkt?

Gailler : Wir sind hier sicherlich gut vernetzt und haben ein sehr gutes Umfeld. Dementsprechend wichtig ist die interkommunale Zusammenarbeit wie beispielsweise im Rahmen des Aktionsbündnisses Oberpfalz-Mittelfranken. Diese landkreisgrenzüberschreitende Zusammenarbeit wird künftig noch stärker werden.

Wie stellt sich das Thema Fachkräftemangel im Landkreis dar?

Gailler : Es ist in der Tat so, dass viele Firmen noch weiter einstellen würden, aber keine geeigneten Bewerber finden. Ich war kürzlich bei der Einweihung der Firma CEC in Freystadt, die sofort Maschinenbauingenieure und Techniker einstellen würde, wenn sie denn am Markt verfügbar wären. Umso wichtiger ist es, den Wert der betrieblichen Ausbildung herauszustellen und unsere jungen Leute zu motivieren im handwerklichen Bereich Ausbildungen zu beginnen.
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