Von hustenden Flöhen

Zur Bürgerversammlung in Ammerthal:

Im Leserbrief (AZ, 25. Februar) habe ich beklagt, dass mir die Rolle des Komikers abhanden gekommen sei. Drei Tage später war dem Bericht (AZ, 28. Februar) über die Ammerthaler Bürgerversammlung zu entnehmen, dass eine Variante davon eine weitaus tragischere Rolle spielen könnte.

Wasserstreit gestern? Schade. Heuer war eben kein Um-Schaltjahr. Es erscheint offenbar nicht möglich, eine demokratisch getroffene Entscheidung zu akzeptieren und dies in Form einer außerparlamentarischen Opposition oder durch Abwesenheit zu demonstrieren. War man sich bei dem Verhalten eigentlich bewusst, dass man dies, unabhängig von jeglichem Standpunkt aus, auch als eine Verabschiedung aus der Verantwortung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen kann? Nur darauf gerichtet, "sich aus der Deckung" auf mögliche Fehler der neuen Mehrheit einzuschießen? Abtauchen wovor? Unangenehmen Fragen ausweichen?

Stellt man die lieber selber und nur in eigener Sache (Rohrkrepierer)? Die Rechnung, was uns eine unter Zeitdruck vorschnell und erst mit nachträglicher Zustimmung getroffenen Entscheidung zum Filter und der nachfolgende, juristisch vom Zaun gebrochene Hick-Hack noch kosten wird, steht ja noch aus. Wäre das nicht Grund genug, dass wir erst wieder einmal zu friedlichem Miteinander finden sollten? Mithelfen, dass wir mit einem blauen Auge aus der Sache kommen. Den Job des Dulders Ijob (siehe Neues Testament), kaufen wir euch nicht ab. Den habt ihr schon mit dem DSL an einen ähnlichen Namen verschenkt.

"Gute Besserung" hilft zwar bekanntlich nicht gegen Schnupfen, könnte aber Wunder dagegen wirken, auf ewig verschnupft zu sein. Sofern das Asylangebot in Herrn Bornholdts Brief vom 4. März trotz Schlagbaum noch steht, könnten es sich unbelehrbare Eltern samt missratenem Anhang ja überlegen, diesen Quantensprung zu wagen. Die geplagten Anwohner müssten dann nur noch auf das Husten der Flöhe achten. Wäre der angrenzende Spielplatz am Kindergarten nicht ein lohnendes Objekt für einen weiteren Großangriff?

Rudolf Lubich, Ammerthal,
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