Von kleiner Gewerkschaft in den Würgegriff genommen

Zum Streik der Lokführergewerkschaft GDL:

Am 9. November feierte Deutschland den 25. Jahrestag des Mauerfalls. Der Mauerfall war nur durch den friedlichen Protest der DDR-Bürger möglich. Das Schlagwort der Proteste lautete damals: Wir sind das Volk!

Dieses Schlagwort möchte ich in Bezug auf den GDL-Streik anders auslegen: Wir sind die Pendler - wir wollen ohne zusätzliche Kosten und zusätzlichen Aufwand an unsere Arbeitsplätze mit der Bahn gelangen. Wir sind die Urlauber - wir wollen pünktlich und stressfrei mit der Bahn an unser Ziel kommen. Wir sind die Umweltschützer - wir wollen ungehindert mit der Bahn fahren, um die Umwelt zu schonen. Wir sind Familien - wir wollen unsere Verwandten jederzeit ohne Probleme besuchen können. Wir sind Arbeitgeber - wir wollen, dass wir unseren Mitarbeitern einen gesicherten Arbeitsplatz und Arbeitsablauf bieten können. Wir sind das Volk - wir wollen nicht, dass wir, die nichts dafür können, die Kosten des GDL-Streiks mit tragen müssen. Wir wollen nicht, dass wir von einer kleinen Gewerkschaft und deren Machtstreben in den Würgegriff genommen werden.

Wir wollen, dass auch kleine Gewerkschaften nicht das Augenmaß verlieren. Bisher haben dies die großen bewiesen. Wir wollen nicht, dass wir uns schon heute fürchten müssen, dass die GDL auch in Zukunft ihre Macht unverhältnismäßig zeigen will. Wir wollen nicht, dass die Feierlichkeiten zum Mauerfall durch den Streik behindert und beeinträchtigt werden. Herr Weselsky hat ja auch vom Fall der Mauer profitiert. Aber trotz dieses überzogenen Streiks habe ich von zu Hause aus die Feierlichkeiten zum Mauerfall begleitet. Bei diesem geschichtsträchtigen Ereignis 1989 wäre ich übrigens gerne persönlich dabei gewesen.

Erwin Löw 92696 Flossenbürg
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.