Von Oma abgeguckt

ku20-kinder_bild_1.jpg

Orcas haben es echt drauf, wenn sie ihre Beute in den Wellen jagen. Forscher sagen, dass die Baby-Wale das Fangen von Fischen und Robben von ihrer Familie lernen - mit viel Geschick.

Die hungrige Wal-Familie ist auf Beutefang. Immer wieder sieht man ihre schwarzen Rückenflossen aus dem Meer ragen. Sechs Orcas haben einen See-Löwen eingekreist. Der ist wendiger als die Orcas. Deshalb setzen die Raubfische auf Zusammenarbeit.

Gemeinsam versuchen sie, ihre Beute unter Wasser zu drücken und nicht mehr an die Oberfläche zu lassen. Damit ihr die Puste ausgeht und die Orcas zuschnappen können. Wie man jagt, lernen Orcas von ihren Artgenossen, zum Beispiel von der Oma. Bei vielen Orca-Gemeinschaften führt das älteste Weibchen die Gruppe an. Das haben Forscher beobachtet. Das älteste Weibchen hat in der Familie die meiste Erfahrung. An der Westküste des Landes USA fanden Wissenschaftler heraus: Ohne die alten Wal-Damen ist eine Orca-Familie schlecht dran. Denn die betagten Wale wissen besser als die Jungtiere, wo es Beute zu fangen gibt. Und auf welche Art man sie jagen kann.

"Unter den Orcas ist der Zusammenhalt der Familie enorm wichtig", erklärt Wal-Forscher Fabian Ritter. Viele Orcas leben immer in derselben Gemeinschaft und umgeben sich stets mit ihren engsten Verwandten. "Das kennen wir sonst nur von Menschen-Affen, Elefanten und anderen Wal-Arten."

Außerhalb ihrer Familie haben Orcas kaum mit ihren Artgenossen zu tun. Die Tiere entwickeln sich vor allem an der Seite ihrer Geschwister, Eltern und Großeltern weiter. Das hat zur Folge, dass sich alle Orca-Gemeinschaften auf der Welt ein bisschen anders verhalten. Wissenschaftler glauben, dass Orcas besonders schlaue Tiere sind.

Dennoch haben sie bei den Menschen nicht immer einen guten Ruf. "Der Wal war den Leuten offenbar unheimlich", sagt Fabian Ritter. "Vermutlich, weil er so riesig und pechschwarz ist." Viele Menschen kennen die Tiere auch unter dem Namen Killerwal. Denn die Tiere machen auch Jagd auf andere Wale.

"Es sieht für uns Menschen schon manchmal grausam aus, wenn der Orca Beute macht", sagt der Fachmann. Trotzdem passe der Name überhaupt nicht. "Löwen nennen wir doch auch nicht Killer-Katzen, nur weil sie Beute jagen." Besser klingt der Name Schwertwal. So nennt man Orcas noch. Das kommt von ihrer Rückenflosse, der Finne. Sie kann bei männlichen Orcas fast zwei Meter lang werden. (dpa)
Weitere Beiträge zu den Themen: Kinderseite (7289)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.