Von Rattan bis Beton

Im Vergleich zu früheren Jahren wirken die neuen Gartenmöbel geradezu schlicht. Dafür sind sie gemütlich - dazu noch stapelbar, gut zu reinigen und leicht genug, um sie einfach dorthin zu transportieren, wo man in der Sonne liegen mag. Braucht man mehr?

(dpa/tmn) Sofa, Sessel und Tisch für drinnen und draußen unterscheiden sich heute kaum noch. Denn ein Trend der vergangenen Jahre war es, die Freiluft-Wohnzimmer Balkon, Terrasse und Garten so wohnlich wie die Räume im Haus einzurichten. Diese Entwicklung bleibt auch im anstehenden Sommer erhalten - mit ein paar neuen Ideen.

"Der Stellenwert des Gartens und des Balkons ist enorm gestiegen", sagt Ursula Geismann, Trendanalystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef bei Bonn. "Die Menschen haben einfach Lust darauf, viel Zeit im Freien zu verbringen." Hier kann es also gar nicht gemütlich und wohnlich genug sein.

Abstand vom Alltag

Sogar der Schaukelstuhl hat in schlanker Form den Weg auf den Balkon gefunden. "Er lädt jetzt modern interpretiert zum Entspannen und Relaxen ein", erklärt die Trendanalystin Gabriela Kaiser aus Landsberg. "Was gibt es Schöneres, als schaukelnd Abstand vom Alltag zu gewinnen?"

Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied bei Gartenmöbeln: Sie müssen sich leicht reinigen, am besten sogar mit dem Gartenschlauch abspritzen lassen. Daher sieht Geismann auch Möbel mit Flechtwerken aus robustem Kunststoff in diesem Sommer ganz vorne. "Außerdem können die Möbel bei Regen und Schnee draußen bleiben." Auflagen und Sonnenschirme müssen allerdings noch trocken und überdacht gelagert werden, um die Textilien zu schützen.

Wetterfeste Flechtwerke werden häufig mit Gestellen aus Aluminium oder Holz kombiniert. Das Gewicht dieser Möbel ist so gering, dass sie leicht herumgetragen werden können. Aber auch Holz als Material steht weiter hoch im Kurs, vor allem Eiche und Teak.

Daneben ist Rattan beliebt, hat die Trendberaterin Kaiser beobachtet. Auch es wird gerne in Flechtoptik verwendet. Ein weiteres Trendmaterial ist für sie Beton. Während das graue Material den sogenannten Industrial Style verkörpert, ist Rattan häufig in etwas nostalgischeren Formen vertreten. "Aber bei beiden Materialien haben die Hersteller deutlich filigranere Formen auf den Markt gebracht", berichtet Kaiser.

Die Formensprache hat sich im Laufe der vergangenen Jahre gewandelt. Auch wenn große Lounge-Möbel auf dem Markt sehr präsent bleiben, haben sich die übrigen Modelle insgesamt verschlankt. "Die neuen Möbel muten sehr leicht an", sagt Kaiser. "Egal, ob in moderner oder klassischer Form, sie sind deutlich filigraner geworden." Damit kann man auch einen kleinen Stadtbalkon gut ausstatten, ohne ihn optisch zu überladen. Häufig gibt es eine Klapp- und Faltfunktion, die die Möbel flexibler und verstaubar macht.

Vor dem Balkon machen natürlich auch allgemeine Wohntrends nicht halt - etwa der Stil der 70er Jahre. So sitzt man auch hier an kleinen Nierentischen und auf schmiedeeisernen Stühlen. Doch diese Möbel sollten - ganz gemäß dem Trend zu Gemütlichkeit - bequem und hübsch anzuschauen sein. "Es ist nicht mehr alles so clean und puristisch, sondern eher etwas verschnörkelt", erklärt Katharina Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse. Hier werden jeden Herbst die Gartentrends des Folgejahres auf der Messe spoga+gafa präsentiert.

Von Cyan bis Koralle

Neben den Möbeln gibt es natürlich auch die passenden Wohnaccessoires - das Angebot geht über wetterfeste Kissen und Auflagen weit hinaus. "Es gibt inzwischen sogar Outdoor-geeignete Lampen, Teppiche und Bilder", sagt Geismann. "Jeder kann seine individuellen Wünsche verwirklichen." Und wie im Wohnraum gibt es auch fürs Draußen-Zimmer Modetöne: "Die Farben Cyan, Petrol und Türkis, Sonnengelb, Violett und Koralle dominieren die Accessoires in diesem Jahr", so Kaiser.

Statt ausgefallener Muster gibt es viele einfarbige Produkte, die in verschiedenen Farben kombiniert werden. "Das wirkt sehr hochwertig und elegant", findet die Wohnexpertin. Die Gartenmöbel sind in Beige, Grau, Weiß und Braun eher unauffällig.
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